11 Januar 2024

Medwedew droht wieder mit Atomwaffen

Nach den jĂŒngsten schweren RaketenschlĂ€gen gegen die Ukraine hat Russlands Ex-PrĂ€sident Dmitri Medwedew erneut mit Atomwaffendrohungen Aufsehen erregt.

„Wie bekannt wurden dabei (bei den Angriffen) verschiedene TrĂ€ger mit unterschiedlichen Ladungen benutzt, mit Ausnahme von atomaren. Noch!“, sagte Medwedew auf einer Sitzung der russischen MilitĂ€r- und RĂŒstungskommission. Die jĂŒngsten Attacken, bei denen beispielsweise in Kiew mehr als 30 Zivilisten ums Leben kamen, bezeichnete Medwedew dabei als „resultative SchlĂ€ge gegen MilitĂ€robjekte“.

Auf Telegram legte der Vizechef im nationalen russischen Sicherheitsrat nach: Er warnte Kiew vor Versuchen, mit westlichen Raketen grösserer Reichweite Raketenstartrampen auf russischem Gebiet zu beschiessen. Dies sei „keine Selbstverteidigung, sondern eine direkte und offensichtliche BegrĂŒndung fĂŒr den Einsatz von Atomwaffen gegen ein solches Land“, schrieb Medwedew.

Zuvor hatte der ukrainische Luftwaffensprecher Jurij Ihnat erklÀrt, die Ukraine habe nicht die Ressourcen, um die Tausenden Raketen vom Typ S-300 in Russlands Waffenarsenal abzufangen. Es sei effektiver, die Abschussanlagen dieser Raketen mit PrÀzisionswaffen auszuschalten. Russland beschiesst die Ukraine regelmÀssig mit S-300.

Medwedew gilt seit Ausbruch des russischen Angriffskriegs als Hardliner und Scharfmacher. Er hat schon mehrfach mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht. Es gibt allerdings keine konkreten Hinweise darauf, dass Russland das derzeit tatsÀchlich vorhaben könnte.

PrĂ€sident Wladimir Putin hat vor mehr als 22 Monaten die Invasion des Nachbarlands befohlen. Trotz mehrerer RĂŒckschlĂ€ge hĂ€lt Russland einschliesslich der bereits 2014 annektierten Halbinsel Krim nach wie vor rund ein FĂŒnftel der Ukraine besetzt und sieht sich derzeit auf dem Siegerpfad.

Auch nach Ansicht von Experten hat Russland auf dem Schlachtfeld zuletzt die Initiative zurĂŒckgewonnen. Das liegt demnach auch daran, dass die westlichen Waffenlieferungen an die Ukraine stocken. SchĂ€tzungen zufolge verschiesst Russland derzeit allein an Artilleriemunition etwa fĂŒnfmal soviel wie die Ukraine. Auch bei der Anzahl an Raketen und Drohnen besitzt Moskau ein grosses Übergewicht.

(text:sda/bild: