31 Mai 2024

Medikamentenpreise sind im Vergleich zum Ausland teurer geworden

Die Preisdifferenz bei Medikamenten zwischen der Schweiz und dem Ausland hat zugenommen. In der Schweiz kosten patentgeschĂŒtzte Medikamente im Vergleich zum europĂ€ischen Ausland im Durchschnitt 8,9 Prozent mehr. Vor einem Jahr lag der Preisunterschied hier noch bei 5,4 Prozent.

FĂŒr patentabgelaufende OriginalprĂ€parate bezahlt man im Ausland inzwischen 14,3 Prozent weniger. Vor Jahresfrist betrug die Preisdifferenz hier noch 10,8 Prozent, wie der Krankenkassenverband SantĂ©suisse und der Interessenverband der forschenden Pharmaunternehmen Interpharma am Freitag mitteilten.

Die Preisunterschiede seien wie bereits seit Jahren vor allem bei Generika und Biosimilars markant, hiess es. Im Ausland sind laut den Angaben Generika um rund die HĂ€lfte gĂŒnstiger (45,3 Prozent) und Biosimilars kosten 29,9 Prozent weniger. Beim Auslandpreisvergleich wurden im Zeitraum Januar bis April 2024 aktuelle Fabrikabgabepreise von Medikamenten mit denjenigen des europĂ€ischen Auslands verglichen.

Laut SantĂ©suisse-Direktorin Verena Nold zahlt, wer in der Schweiz Medikamente kauft, damit weiterhin mehr als im Ausland. Die Preisunterschiede hĂ€tten sich sogar noch erhöht. Der Verband erwarte vom Bund daher Sofortmassnahmen, vor allem bei den Generika, damit die ĂŒberhöhten Preise auf das europĂ€ische Niveau sinken. Insgesamt könnten bei Arzneimitteln jĂ€hrlich ohne QualitĂ€tsverlust mehr als 1,3 Milliarden Franken gespart werden.

Interpharma-GeschĂ€ftsfĂŒhrer RenĂ© Buholzer stellte in der Medienmitteilung fest, dass die Preise patentgeschĂŒtzter Medikamente auf europĂ€ischem Niveau liegen wĂŒrden. Bei konstanten Wechselkursen lĂ€ge der Preisunterschied zum Ausland nur noch bei zwei Prozentpunkten. Ausserdem wĂŒrden die Medikamentenpreise stetig sinken. Ein einseitiger Blick der Politik auf die Kosten gefĂ€hrde zunehmend den Zugang der Patientinnen und Patienten zu innovativen Medikamenten.

(text:sda/symbolbild:unsplash)