31 Januar 2024

Medien: Machtkampf zwischen Selenskyj und seinem Oberbefehlshaber

Der ukrainische Pr├Ąsident Wolodymyr Selenskyj soll ├╝bereinstimmenden Medienberichten zufolge versucht haben, Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj zu entlassen. Auf Druck der USA und Grossbritanniens sowie hochrangiger Milit├Ąrs habe Selenskyj diese Entscheidung r├╝ckg├Ąngig machen m├╝ssen, berichtete die „Times“ am Dienstagabend. Der „Guardian“ meldete unter Berufung auf Oppositionsabgeordnete, der Pr├Ąsident habe Saluschnyj am Montag zum R├╝cktritt aufgefordert, was dieser jedoch abgelehnt habe. Auch die „New York Times“ berichtete ├╝ber Selenskyjs Plan, Saluschnyj zu feuern.

Seit Wochen gelten die Beziehungen zwischen Selenskyj und Saluschnyj angesichts der gescheiterten Gegenoffensive gegen die russischen Angreifer als gespannt. Der 50-j├Ąhrige Saluschnyj wurde wenige Monate vor dem russischen Einmarsch vom Februar 2022 Oberbefehlshaber der Armee. Unter seinem Kommando hielten die ukrainischen Truppen der Invasion stand und eroberten sogar besetzte Gebiete zur├╝ck. Der General gilt als beliebt bei seinen Soldaten und in der Bev├Âlkerung. Deshalb wurden ihm auch politische Ambitionen nachgesagt, die er aber dementierte.

Die „Times“ berichtete nun, Saluschnyj sei nach Angaben hochrangiger Offiziere am Montag zu einem pers├Ânlichen Treffen mit Selenskyj vorgeladen worden. Dort habe er den Pr├Ąsidentenberatern mitgeteilt, dass ihre Einsch├Ątzungen der milit├Ąrischen Lage eher positiv als realistisch seien. Danach sei er zum R├╝cktritt aufgefordert worden. Als er sich geweigert habe, habe Selenskyj gesagt, er werde ein Dekret zu seiner Entlassung unterzeichnen. Nachdem potenzielle Nachfolger das Angebot, das Amt des Oberbefehlshabers zu ├╝bernehmen, abgelehnt h├Ątten, sei Selenskyj gezwungen gewesen, einen R├╝ckzieher zu machen und zun├Ąchst an Saluschnyj festzuhalten, hiess es in dem Bericht weiter.

Bereits am Montag hatte das ukrainische Verteidigungsministerium Berichten ├╝ber eine Entlassung von Oberbefehlshaber Saluschnyj widersprochen. „Sehr geehrte Journalisten, wir antworten allen zugleich: Das stimmt nicht“, teilte das Ministerium auf Telegram mit.

(text:sda/bild:keystone)