23 November 2023

Matten sieht vorlÀufig kein Handlungsbedarf bei Zweitwohnungen

In der Region nahm die Anzahl der Zweitwohnungen in den letzten Jahren kontinuierlich zu. Ein Grund fĂŒr diesen Anstieg liegt dabei namentlich in der Zunahme der gewerbsmĂ€ssig touristisch genutzten Wohnungen, insbesondere der Plattform-Wohnungen wie Airbnb. Der Gemeinderat verfolgt diese Entwicklung in der Einwohnergemeinde Matten b. Interlaken sehr aufmerksam,
sieht jedoch zum heutigen Zeitpunkt von der Ergreifung von regulierenden Massnahmen ab.

Die eidgenössischen Stimmberechtigten nahmen am 11. MĂ€rz 2012 die Volksinitiative „Schluss mit uferlosem Bau von Zweitwohnungen“ („Zweitwohnungsinitiative“) an. Seither gilt eine Einwohnergemeinde, welche einen Zweitwohnungsanteil von ĂŒber 20% aufweist, als Zweitwohnungsgemeinde. In einem solchen Fall untersteht die betroffene Einwohnergemeinde unmittelbar zwingend eidgenössischen Bauvorschriften gemĂ€ss Bundesgesetz ĂŒber Zweitwohnungen (Zweitwohnungsgesetz, ZWG) vom 20. MĂ€rz 2015.

Die stetige Zunahme der Anzahl von Zweitwohnungen in der Region, namentlich auch aufgrund des deutlich gewachsenen Angebots an Plattform-Wohnungen wie Airbnb, veranlassten jĂŒngst beispielsweise die Einwohnergemeinden Wilderswil und Unterseen zum Erlass von Planungszonen, um die weitere Zweitwohnungsentwicklung besser steuern zu können. Die kontinuierliche Zunahme von Zweitwohnungen trĂ€gt zu einer Verknappung und Verteuerung des verfĂŒgbaren Wohnraums fĂŒr die ortsansĂ€ssige Bevölkerung bei und fĂŒhrt zu zunehmenden BeeintrĂ€chtigungen durch zusĂ€tzlichen Verkehr und grössere Abfallmengen. Der Druck auf in der NĂ€he von touristisch geprĂ€gten Regionen und Gebieten gelegenen Einwohnergemeinden, welche einen Zweitwohnungsanteil von unter 20% aufweisen, stieg somit stetig an. Denn in diesen können weiterhin Zweitwohnungen realisiert werden. Der Zweitwohnungsanteil in der Einwohnergemeinde
Matten b. Interlaken liegt, gemĂ€ss massgebendem Wohnungsinventar des Bundesamts fĂŒr Raumentwicklung, bei 11,3%. Dieser Wert war dabei in der jĂŒngeren Vergangenheit keiner markanten Änderung unterworfen. Der Gemeinderat ist der Ansicht, dass die bereits heute im geltenden Baureglement festgehaltene Bestimmung, nĂ€mlich dass in Wohn-, Misch-, Hotel- und Arbeitszonen eine gewerbliche Beherbergung nicht gestattet ist, wenn sie entweder mehr als 50 Prozent der anrechenbaren HauptnutzflĂ€chen eines GebĂ€udes beansprucht oder mehr als 10 Betten pro GebĂ€ude angeboten werden, einem unkontrollierten Anstieg des Zweitwohnungsanteils entgegenwirkt. Dennoch wird der Gemeinderat die Situation und die Entwicklung in der Einwohnergemeinde Matten b. Interlaken weiterhin aufmerksam verfolgen, um bei Notwendigkeit entsprechende Massnahmen zu definieren und umzusetzen.

(text:pd/bild:pg)