Maternité Alpine: Strategische Neuausrichtung und Umzug nach Zweisimmen
Nachdem am 29. Januar 2026 an der ausserordentlichen Generalversammlung über den entscheidenden Schritt, den Standort des Geburtshauses zu verlegen, abgestimmt wurde, gab es nicht viel Neues zu berichten an der ordentlichen GV vom 19. Juni 2026 in St. Stephan. Im neunten Betriebsjahr verzeichnete das Geburtshaus 39 Geburten und zusätzlich 43 Familien im stationären Wochenbett nach Spitalgeburt. Im ambulanten Bereich wurde eine Rekordzahl seit Betriebsstart von 1’123 Konsultationen registriert, was hauptsächlich auf die Zunahme der ambulanten Wochenbettbetreuungen und Stillberatungen zurückzuführen ist. Die Jahresrechnung schloss dank Ausgleich aus dem Spendenfonds wiederum mit einem Nuller-Ergebnis ab. Am 8. August 2026 werden die neuen Geburtshaus-Räumlichkeiten am Spital Zweisimmen an einem Tag der offenen Türe vorgestellt.
Nachdem die Spital STS AG die Schliessung des Operationssaals und den Wegfall der Anästhesie per Oktober 2025 angekündigt hatte, waren die Verwaltung und das Team des Geburtshauses Maternité Alpine gezwungen, die neue Ausgangslage zu analysieren und sich strategisch neu auszurichten. Wie bereits seit Anfang der Geschichte der Genossenschaft suchte man das Gespräch mit der Spital STS AG. So gelang die Ausarbeitung eines Mietvertrags für das Geburtshaus in den Räumen des Spitals Zweisimmen. Die Einmietung hat nebst Kosteneinsparungen im Bereich Hotellerie und Gastronomie auch vereinfachte Abläufe bei einer Verlegung zum Vorteil. Diesen entscheidenden Schritt hat die Genossenschaftsverwaltung im Januar 2026 der ausserordentlichen Genossenschaftsversammlung zur Abstimmung vorgelegt, welche grossmehrheitlich angenommen wurde.
Trotz der dadurch verbesserten Ausgangslage bleiben Herausforderungen für das Hebammen- und Leitungsteam bestehen. Eine dezentrale Geburtshilfe ohne die Rahmenbedingungen von 2015 (fachärztlicher Hintergrunddienst und ein Spital mit Anästhesie und OP-Saal in unmittelbarer Nähe), stellt noch einmal höhere Anforderungen an die praktischen Erfahrungen und Kontinuität eines Hebammenteams. Daher hat die Maternité Alpine nach sorgfältiger Abwägung und langem Ringen entschieden, nach dem Umzug in das Spital ein stationäres Angebot mit Wochenbettbetreuung, ambulanter Vor- und Nachsorge, jedoch vorläufig ohne geplante Geburten fortzuführen.
(text:pd/bild zvg materinité alpine)