Massive russische Luftangriffe auf Kiew: Tote und Verletzte
Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew und andere Landesteile erneut massiv mit Raketen und Drohnen angegriffen. Dabei gab es Behördenangaben zufolge landesweit insgesamt 8 Tote und mehr als 60 Verletzte.
Im Zentrum von Kiew waren in der Nacht heftige Explosionen zu hören. Dabei wurden in der Dreimillionenstadt mindestens drei Menschen getötet und 29 weitere verletzt, wie Militärverwalter Tymur Tkatschenko auf der Plattform Telegram schrieb. Mehrere Gebäude wurden demnach beschädigt und gerieten in Brand. Viele Einwohner suchten Zuflucht in U-Bahn-Stationen und Luftschutzkellern. Kurzzeitig kam es auch zu Stromausfällen und Problemen bei der Wasserversorgung. Im Morgengrauen zeugten schwarze Rauchwolken über dem Zentrum von Bränden im Stadtgebiet.
In der Stadt Dnipro wurden bei dem nächtlichen Angriff Behördenangaben zufolge mindestens 5 Menschen getötet und 25 weitere verletzt. Davon würden 23 aktuell im Krankenhaus behandelt, darunter ein 13 Jahre altes Mädchen. In der östlichen Stadt Charkiw wurden dem Bürgermeister zufolge mindestens zehn Menschen verletzt. Russland griff auch Ziele in der Stadt Saporischschja an.
Laut der ukrainischen Luftwaffe setzte Moskau bei den Attacken auch ballistische Raketen und Marschflugkörper ein. Weder diese Angaben noch jene zu den Opferzahlen liessen sich unabhängig überprüfen.
In Kiew stürzte im Bezirk Podilskyj ein mehrstöckiges Wohnhaus nach einem Angriff ein, wie Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram schrieb. Es werde befürchtet, dass Menschen unter den Trümmern verschüttet sind. Anderswo habe ein Angriff die oberen Stockwerke eines 15-stöckigen Wohnhauses beschädigt. Es gebe mehrere Brände im Stadtgebiet. Unter den Verletzten in der Hauptstadt sei ein dreijähriges Kind, schrieb er weiter.
Im westlichen Nachbarland Polen erklärte das Militär in der Nacht auf der Plattform X, angesichts der russischen Angriffe in der Ukraine sei die Luftabwehr in Alarmbereitschaft versetzt worden, Militärflugzeuge seien aufgestiegen. In Polen kommt es bei grösseren Angriffen in der Ukraine immer wieder zur Alarmierung der Luftabwehr, manchmal steigen dabei auch Kampfjets von Nato-Partnern auf.
Russland hatte Kiew erst vor knapp zehn Tagen massiv mit ballistischen Raketen und Drohnen angegriffen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte seit Ende vergangener Woche mehrmals vor einem weiteren massiven russischen Luftangriff. „Die Information des Geheimdienstes über einen möglichen massiven Angriff bleibt aktuell“, sagte der Staatschef in einer Videobotschaft am Samstag. Er forderte die Ukrainer auf, Luftalarm nicht zu ignorieren.
Zwar sei die ukrainische Flugabwehr in Bereitschaft, erklärte Selenskyj. Jedoch räumte er ein, dass fehlender Nachschub westlicher Verbündeter für die Abwehr von ballistischen Raketen und Marschflugkörpern Probleme bereite.
(text:sda/bild:keystone)