8 Mai 2023

Mann droht 16 Jahre Haft nach Tötungsdelikt in Burgdorf

Ein 37-jĂ€hriger Mann hat sich am Montag vor dem Regionalgericht Emmental-Oberaargau fĂŒr ein Tötungsdelikt verantworten mĂŒssen. Er soll im Februar 2018 einen Mann durch Schnitt- und Stichverletzungen getötet haben. Die Staatsanwaltschaft verlangte eine Freiheitsstrafe von insgesamt 16 Jahren.

Der Angeklagte habe am 19. oder 20. Februar 2018 einen 55-jĂ€hrigen Mann in dessen Wohnung in Burgdorf BE getötet. Die StaatsanwĂ€ltin ging davon aus, dass der mutmassliche TĂ€ter alleine gehandelt habe. Er habe mit einem Messer dem Opfer ĂŒber 30 Stichwunden zugefĂŒhrt. Anschliessend habe er ihm mit einem Japanmesser die Kehle durchgeschnitten. Das Opfer sei verblutet und erstickt.

Die zwei MĂ€nner kannten sich und seien Kollegen gewesen. Sie hĂ€tten sich stets gegenseitig unterstĂŒtzt, sagte der Angeklagte vor dem Gericht. Der italienische StaatsbĂŒrger bestritt die Tat. Er sei zu diesem Zeitpunkt mit seiner Tochter zusammen gewesen.

Die Staatsanwaltschaft habe durch die Spurensicherung und die Ermittlung DNA-Spuren des Beschuldigten an den Messern und an GegenstĂ€nden in der Wohnung gefunden. Diese seien mit höchster Wahrscheinlichkeit auf den Angeklagten zurĂŒckzufĂŒhren, sagte die StaatsanwĂ€ltin vor dem fĂŒnfköpfigen Richtergremium in Burgdorf. Zudem sei das Alibi des Beschuldigten nicht verifizierbar.

Der Beschuldigte erklĂ€rte die Spuren damit, dass er wenige Tage zuvor beim Opfer gewesen sei. Am Valentinstag habe er von seinen Eltern Geld genommen, um seiner Ex-Freundin Blumen zu schenken. Er sei jedoch zu seinem Kollegen gegangen, um dort mit ihm Drogen zu konsumieren. Er habe dort auf dem Sofa im Wohnzimmer ĂŒbernachtet. Am nĂ€chsten Tag hĂ€tten sich ihre Wege in Bern getrennt.

Das Motiv fĂŒr das Tötungsdelikt blieb unklar. FĂŒr die StaatsanwĂ€ltin stehe das Delikt in einem Zusammenhang mit Drogen. Schulden oder eine Abrechnung seien ein mögliches Motiv. Sowohl das Opfer als auch der Angeklagte hĂ€tten Drogen konsumiert.

Der Angeklagte habe auch mehrmalig gegen das BetĂ€ubungsmittelgesetz verstossen. Er habe mit einer ehemaligen Komplizin Drogen gedealt, sagte die StaatsanwĂ€ltin. Dabei habe es sich um Kokain und Heroin gehandelt. Weiter habe er auch verschiedene DiebstĂ€hle und EinbrĂŒche getĂ€tigt.

Die weiteren Delikte gestand der Angeklagte grösstenteils. Er habe Drogen in grösseren Mengen gekauft und diese in kleineren Mengen weiterverkauft, erklÀrte er. Die Delikte habe er mit einer Komplizin begangen, wobei der Beschuldigte ihre Rolle bei diesen GeschÀften als nebensÀchlich schilderte. Mit dieser Frau hat er eine 5-jÀhrige Tochter. Diese lebe bei den Eltern des Beschuldigten.

Die StaatsanwĂ€ltin forderte fĂŒr die weiteren Delikte eine Freiheitsstrafe von drei Jahren sowie einen Landesverweis von acht Jahren. Die Gerichtsverhandlung geht am Dienstag mit dem PlĂ€doyer des amtlichen Verteidigers weiter. Die Urteilseröffnung ist fĂŒr den 16. Mai angesetzt.

(text:sda/bild:archiv)