10 Juni 2023

Manchester City ringt Inter Mailand nieder

Das Leiden von Manchester City hat ein Ende: Im Final in Istanbul kr├Ânt sich der englische Meister mit einem 1:0-Sieg gegen Inter Mailand erstmals zum Champions-League-Sieger.

Es war nicht einer der Superstars, der f├╝r das Team von Pep Guardiola den Dosen├Âffner spielte, sondern der Mittelfeld-Abr├Ąumer Rodri. In der 68. Minute traf der Spanier nach einer zu kurz abgewehrten Hereingabe Bernardo Silvas aus dem Hintergrund zum Siegtor. Silva war von Manuel Akanji musterg├╝ltig lanciert worden.

Der Verteidiger gewann damit als vierter Schweizer nach St├ęphane Chapuisat, Ciriaco Sforza und Xherdan Shaqiri die Champions League. Nur Chapuisat war allerdings auch im Final zum Einsatz gekommen. F├╝r das seit 15 Jahren von Geldgebern aus Abi Dhabi mit Milliarden alimentierte Manchester City war es der lang ersehnte erste Triumph.

Inter, das als klarer Aussenseiter angetreten war, erwies sich aber als der erwartet hartn├Ąckige Gegner. Nur zwei Minuten nach dem Gegentreffer hatten die Mail├Ąnder Pech, als Federico Dimarcos Kopfball von der Latte zur├╝ckprallte. Die Einwechslung des wuchtigen Sturmtanks Romelu Lukaku belebte das Angriffsspiel der Italiener deutlich. Der Belgier erwies sich aber auch als Chancentod, vor allem in der 88. Minute, als er freistehend genau an das Beim von Goalie Ederson k├Âpfelte. Manchester ├╝berstand den letzten Ansturm der Mail├Ąnder, es blieb beim 1:0 – dem vierten 1:0 hintereinander in einem Champions-League-Final.

Eine Halbzeit lang war die Partie ganz nach dem Gusto von Inter gelaufen. Coach Simone Inzaghi setzte im Mittelfeld auf den Haudegen Marcelo Brozovic anstelle des angeschlagenen Filigrantechnikers Henrich Mchitarjan und gab damit die Stossrichtung vor: Sicherung der Defensive gegen das offensive Starensemble Manchesters. Die Rechnung ging zun├Ąchst auf.

Zwar verfehlte Bernardo Silva nach f├╝nf Minuten das Lattenkreuz nur knapp, danach kam allerdings nur noch Erling Haaland zu einer guten Chance. Der Norweger scheiterte jedoch nach einem Traumpass von Kevin De Bruyne aus spitzem Winkel am coolen Inter-Goalie Andr├ę Onana (27.). Ansonsten fanden die Engl├Ąnder allerdings keine L├╝cken. Torchancen hatte Inter zwar keine, doch das torlose Unentschieden zur Pause war schon mal ein kleines Erfolgserlebnis.

Zudem verlor City nach einer halben Stunde seinen Top-Assistgeber De Bruyne. Besonders bitter: Der Belgier musste bereits im verlorenen Final vor zwei Jahren (0:1 gegen Chelsea) mit einer Verletzung raus. Diesmal gab es f├╝r De Bruyne und Manchester City aber ein Happy End und die Kr├Ânung einer Traumsaison.

Sie schafften das so genannte “Treble”, den Sieg in Champions League, Premier League und englischem Cup. Dass Starst├╝rmer Haaland, mit zw├Âlf Treffern Torsch├╝tzenk├Ânig der diesj├Ąhrigen Champions-League-Saison, abgemeldet wurde, spielte am Ende keine Rolle. Es war f├╝r einmal kein sch├Ân herausgespielter Sieg wie beim 4:0 im Halbfinal gegen Real Madrid, sondern ein hart erk├Ąmpfter Triumph des Willens gegen einen starken Gegner.

(text:sda/bild:unsplash)