31 Oktober 2022

Linker Ex-PrÀsident gewinnt Wahl in Brasilien

Nach einem erbittert gefĂŒhrten Wahlkampf hat der linke Ex-PrĂ€sident Luiz InĂĄcio Lula da Silva die PrĂ€sidentenwahl in Brasilien knapp gewonnen. Der frĂŒhere Staatschef kam in der Stichwahl auf 50,90 Prozent der Stimmen, wie das Wahlamt in BrasĂ­lia in der Nacht zum Montag nach AuszĂ€hlung der Stimmen bekanntgab. Der rechte Amtsinhaber Jair Bolsonaro erhielt demnach 49,10 Prozent.

Nun will Lula ein extrem gespaltenes Brasilien versöhnen. “Ich werde fĂŒr 215 Millionen Brasilianer regieren”, sagte er in seiner ersten Rede nach der Wahl in SĂŁo Paulo. “Es gibt keine zwei Brasilien, nur ein Volk.” Nun sei der Moment gekommen, den Frieden wieder herzustellen. Der frĂŒhere Gewerkschafter Lula hatte das mit 210 Millionen Einwohnern grösste Land in Lateinamerika bereits von Anfang 2003 bis Ende 2010 regiert.Er ist der erste demokratisch gewĂ€hlte PrĂ€sident Brasiliens, der in eine dritte Amtszeit geht. Ausser dem Staatschef wurden am Sonntag auch Gouverneure in einem Dutzend Bundesstaaten gewĂ€hlt.

Bolsonaro Ă€usserte sich auch zwei Stunden nach Lulas Wahlsieg noch nicht. Aber VerbĂŒndete des Amtsinhabers erkannten Lulas Wahlsieg an. Es war befĂŒrchtet worden, dass es vor allem nach einem knappen Wahlausgang zu Gewalt kommen könnte. Bolsonaro hatte mehrfach Zweifel am Wahlsystem gestreut und angedeutet, das Ergebnis möglicherweise nicht anzuerkennen. Seit der Lockerung der Waffengesetze in seiner Amtszeit haben viele seiner UnterstĂŒtzer ordentlich aufgerĂŒstet. Erst am Samstag verfolgte eine Abgeordnete von Bolsonaros Liberalen Partei (PL) einen Mann nach einem Streit mit vorgehaltener Waffe. Einige AnhĂ€nger des Amtsinhabers forderten auch unverhohlen einen MilitĂ€rputsch. Experten sehen dafĂŒr in Gesellschaft und den StreitkrĂ€ften allerdings keine ausreichende UnterstĂŒtzung.

(text:sda/bild:sda)