13 Oktober 2021

Letzter Flug von Italiens Traditions-Airline Alitalia

Die Fluglinie Alitalia galt als nationales Symbol Italiens. Jahrelang konnte sie sich nicht aus ihrer wirtschaftlichen Krise befreien. Nun hebt sie zum letzten Mal ab – und ihre Mitarbeiter steuern in eine unsichere Zukunft.

An diesem Donnerstag endet ein Kapitel der italienischen Luftfahrtgeschichte: Am spÀten Abend soll der letzte Flug der Airline Alitalia von Sardinien nach Rom fliegen.

Laut Plan werde die Maschine aus Cagliari um 23.10 Uhr am Hauptstadtflughafen Rom-Fiumicino erwartet, erklÀrte ein Alitalia-Sprecher auf Nachfrage. Mit dem letzten Flug geht die Linie ausser Betrieb.

Am Freitag will die neue Staatsairline Italia Trasporto Aereo (Ita) abheben. Sie gilt als Alitalia-Nachfolgerin, ist laut EU-Kommission allerdings nicht ihr wirtschaftliche Nachfolger. BrĂŒssel will, dass Ita mit der Vergangenheit der kriselnden Alitalia bricht.

Nach 2002 erwirtschaftete die Traditionsfluglinie keinen Gewinn mehr. Versuche, das Unternehmen wieder auf die Beine zu bringen, scheiterten. 2017 ging es in die Insolvenz und der italienische Staat ĂŒbernahm.

Dieser gewĂ€hrte ÜberbrĂŒckungshilfen in Höhe von rund 900 Millionen Euro – aus Sicht der WettbewerbshĂŒter in BrĂŒssel rechtswidrig. WĂ€hrend der Corona-Pandemie war Alitalia auf weitere Millionen-Hilfen angewiesen, um seinen Betrieb aufrechterhalten zu können.

Die Situation um das Ende Alitalias und den geplanten Beginn der Ita sorgte immer wieder fĂŒr Unmut und Zorn bei den mehr als 10’000 Angestellten. Das neue Unternehmen plant mit weniger Personal, etwa 2800 Mitarbeiter, und zunĂ€chst 52 Maschinen an den Start zu gehen.

Viele Alitalia-Mitarbeiter können dort nicht weiter beschĂ€ftigt werden. Die Folge waren bis zuletzt Proteste und viele gestrichene FlĂŒge. Mit dem Aus soll auch die Marke Alitalia verkauft werden. Angebote fĂŒr die 290-Millionen-Euro-Offerte kamen bislang jedoch nicht.

Mit dem letzten Flug endet die 74-jĂ€hrige Ära der Fluglinie. Die erste Alitalia-Maschine hob nach Unternehmensangaben am 5. Mai 1947 zum Flug auf der Strecke Turin-Rom-Catania ab.

Auch die PĂ€pste flogen mit der Airline. Auf seiner zurĂŒckliegenden Reise nach Budapest erwĂ€hnte Papst Franziskus in seiner Ansprache vor Journalisten das Ende Alitalias. Italiens Regierungschef Mario Draghi sagte im April, er betrachte Alitalia als eine Art Familie, „eine etwas teure Familie, aber eben doch Familie“.

(text:sda/bild:sda)