8 Mai 2024

Lehren aus Auffahrts-Hochwasser vor 25 Jahren wirken bis heute nach

Die Schweizer Auffahrts- und Pfingsthochwasser vor 25 Jahren haben Massnahmen angestossen, die bis heute zum Schutz der Bevölkerung beitragen. Dazu gehört der Aufbau von Warnung und Alarmierung bei Naturgefahren durch Bund und Kantone.

Ausserdem wurde in der Folge der verehrenden Hochwasser Verbesserungen bei der Seeregulierung sowie der Bau des Entlastungsstollens am Thunersee in Angriff genommen, wie die Eidgenössische Forschungsanstalt fĂŒr Wald, Schnee und Landschaft (WSL) am Mittwoch mitteilte. Die Forschungsanstalt betreute damals die vom Bund in Auftrag gegebene Analyse der Ereignisse im Jahr 1999.

Die Auffahrts- und Pfingsthochwasser verursachten 1999 SchĂ€den in Höhe von 580 Millionen Franken. Betroffen war das gesamte Mittelland: In der Berner Matte fuhren die Leute mit Booten herum. Der Kanton ZĂŒrich stand grossflĂ€chig unter Wasser. Das linke Ufer des Thunersees lag 400 Meter weiter landeinwĂ€rts, und in manchen Gemeinden am Bodensee standen wochenlang HĂ€user unter Wasser.

Als Grund dafĂŒr identifizierten die WSL-Forschenden eine Kombination aus mehreren Begebenheiten: WassergesĂ€ttigte Böden, Schneeschmelze und starke RegenfĂ€lle. Es hatte zu Beginn des Jahres mehrmals viel und bis in tiefe Lagen geschneit. Im April regnete es dann ĂŒberdurchschnittlich viel. Tagelange RegenfĂ€lle kurz vor Auffahrt brachten die bereits prall gefĂŒllten FlĂŒsse und Seen dann ein erstes Mal zum Überlaufen. Nach kurzen, aber starken RegenfĂ€llen an Pfingsten kam es ein zweites Mal zu Überschwemmungen.

„Das hat gezeigt, dass wir kombinierte Ereignisse beachten mĂŒssen. Es hat uns aber vor allem bewusst gemacht, dass die DĂ€mpfungsfunktion der Seen Grenzen hat“, wurde Christoph Hegg, Acting Director der WSL, in der Mitteilung zitiert.

Ausserdem sei das Ereignis eine grosse Motivation gewesen, die Schneewassermenge systematisch ĂŒber die ganze Schweiz zu berechnen, hiess es von der WSL. Dies wird mittlerweile gemacht. Seit 2009 liefert das WSL-Institut fĂŒr Schnee- und Lawinenforschung SLF regelmĂ€ssige Vorhersagen dazu, wie viel Schmelzwasser zu erwarten ist.

„Verhindert hĂ€tten sie das Hochwasser gegebenenfalls nicht, da die Wetterbedingungen ja trotzdem eingetroffen wĂ€ren, aber man hĂ€tte vielleicht mehr Zeit gehabt, sich auf das Ereignis vorzubereiten“, sagte der Leiter des schneehydrologischen Diensts, Tobias Jonas.

(text:sda/bild:unsplash)