14 August 2026

Lawinen-Prozess in Thun endet mit Schuldspruch gegen Tourenleiter

Ein Skitourenleiter ist am Freitag in Thun wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Er war hauptverantwortlich für die Tour, bei der 2023 in Meiringen zwei Jugendliche von einer Lawine erfasst wurden.

Das erstinstanzliche Regionalgericht sprach eine bedingte Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu 90 Franken aus, was 13’500 Franken entspricht. Hinzu kommen die Verfahrenskosten sowie Entschädigungen und Genugtuungen für die Eltern der Opfer.

Der Tourenleiter habe die Routenwahl nicht genügend den herrschenden Verhältnissen angepasst, sagte der Einzelrichter bei der Urteilsverkündung. Den mitbeschuldigten Co-Leiter sprach er frei. Als J+S-Tourguide sei er kein Experte. Aus rechtlicher Sicht könne dem Mann nicht vorgeworfen werden, dass er gegen die getroffene Routenwahl nicht interveniert habe.

Beim Unglück vom 21. März 2023 bei der Gstelliwang waren eine US-Amerikanerin und ein Brite ums Leben gekommen, die zur Skitourengruppe eines Internats gehörten. An jenem Tag galt mässige Lawinengefahr der Stufe 2+. Gewarnt wurde insbesondere vor Lawinen im schwachen Altschnee.

(text:sda/bild:unsplash)