17 Oktober 2022

Landschaftsschutz Schweiz gegen Verbindung Melchsee-Frutt Hasliberg

Die Titlis-Bergbahnen, die Sportbahnen Melchsee-Frutt und die Bergbahnen Meiringen-Hasliberg entwickeln die gemeinsame Erlebnisregion weiter. In einem ersten Schritt soll die Verbindung zwischen Melchsee-Frutt und Meiringen-Hasliberg weiter gepr├╝ft werden. Im November 2021 pr├Ąsentierten die Kantone Obwalden, Nidwalden und Bern zusammen mit den Bergbahnen die Machbarkeitsstudie f├╝r eine gemeinsame Weiterentwicklung der drei Tourismusregionen zu einer gemeinsamen Erlebnisregion. Sie beinhaltete Abkl├Ąrungen im Bereich der ├ľkologie, der Wirtschaftlichkeit sowie der Verkehrssituation und zeigte, dass eine Verbindung der drei Gebiete realisierbar ist und grosses Potenzial f├╝r alle beteiligten Regionen hat.

Nach einer vertieften Analyse durch die involvierten Bahnunternehmen soll nun die Verbindung zwischen Melchsee-Frutt und Meiringen-Hasliberg detaillierter gepr├╝ft werden, dies mit einem Ergebnis in den n├Ąchsten zwei bis f├╝nf Jahren, sagt Hasliberg VR-Pr├Ąsident Hanspeter Wenger zu Radio BeO. Konkreter k├Ânne man noch nicht werden und die Kosten und H├╝rden im Bereich der ├ľkologie seien hoch. Die kommende Projektphase f├╝r die Erlebnisregion beinhaltet die Erarbeitung und Pr├╝fung verschiedener Verbindungsvarianten und die Erarbeitung der beidseitigen Anschlussl├Âsungen. Damit soll ein optimaler Personenfluss zwischen den beiden Gebieten in der Winter- und Sommersaison sichergestellt werden.

Weil die m├Âglichen Verbindungsvarianten der Skigebiete allesamt nicht landschaftsvertr├Ąglich sind, ist die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz gegen eine solche Verbindung. Um die Gebiete Melchsee-Frutt und Meiringen-Hasliberg zu verbinden, w├Ąre der Bau einer neuen Bahn notwendig. Dieser Bau w├Ąre aber ein zu grosser Eingriff in die Natur, sagt Landschaftsschutz Stiftungsleiter Raimund Rodewald gegen├╝ber Radio BeO. Aus diesem Grund steht er dem Projekt eher kritisch entgegen. Eine unterirdische Verbindung der beiden Skigebiete k├Ânnte er sich aber vorstellen. Im Zusammenhang mit dem Projekt m├╝sste man sich auch noch die Frage stellen, ob der Skitourismus, den man sich vor 10 oder 20 Jahren vorgestellt hat, heute noch zeitgem├Ąss sei. Mit den ganzen Klimaversch├Ąrfungen m├╝sste man heute in anderen Dimensionen denken, sagt Raimund Rodewald abschliessend.

(text:pd,ol/bild:beo)