14 November 2021

Kroatien, Spanien und Serbien holen sich ihr WM-Ticket

Kroatien, Spanien und Serbien reisen zur WM 2022 in Katar. W├Ąhrend die Kroaten von einem Eigentor Russlands profitieren, erf├╝llt Spanien glanzlos die Pflicht. Und die Serben d├╝pieren Portugal sp├Ąt.

Das Estadio da Luz in Lissabon war bis auf den letzten Platz gef├╝llt. 65ÔÇÖ000 Zuschauerinnen und Zuschauer waren am Sonntagabend gekommen. Erwartungsfroh und zuversichtlich, dass es f├╝r den Europameister von 2016 klappen w├╝rde mit der Qualifikation f├╝r die WM 2022 in Katar. Und es waren noch keine zwei Minuten gespielt, als diese Zuversicht noch wuchs. Renato Sanches eroberte den Ball nach einem umstrittenen Zweikampf und bezwang Serbien-Goalie Predrag Rajkovic zur F├╝hrung. Die Serben liessen sich ob dieses fr├╝hen R├╝ckschlags indes nicht entmutigen, und wurden nach einer halben Stunde f├╝r ihren Aufwand belohnt. Dusan Tadic schloss von der Strafraumgrenze ab. Portugals-Torh├╝ter Rui Patricio liess den Ball passieren, der aber von einem Verteidiger noch abgelenkt worden war.

In der Folge erarbeitete sich das Team von Dragan Stojkovic immer wieder M├Âglichkeiten. Und die Portugiesen, bei denen Cristiano Ronaldo eine unauff├Ąllige Partie spielte, konzentrierten sich je l├Ąnger je mehr aufs Verwalten des Unentschiedens, das ihnen f├╝r die Qualifikation reichen w├╝rde. Doch die Passivit├Ąt Portugals wurde bestraft. Die 90. Minute war angebrochen, als Tadic eine scharfe Flanke zur Mitte schlug, und Aleksandar Mitrovic sorgte mit seinem Kopfball f├╝r die sp├Ąte Wende zugunsten der Serben, die sich zum dritten Mal nach 2010 und 2018 f├╝r eine WM qualifizieren.

In der Gruppe B war das Geschehen deutlich weniger dramatisch. Spanien kontrollierte die Partie gegen Schweden, im Wissen, dass dem Weltmeister von 2010 ein Unentschieden f├╝r das Ticket nach Katar reichen w├╝rde. Die Schweden, die bis zum Ausrutscher am vergangenen Donnerstag in Georgien (0:2) noch Tabellenf├╝hrer waren, zeigten sich aber bem├╝ht und kamen durch Emil Forsberg von Leipzig zu zwei ausgezeichneten M├Âglichkeiten. Auch Alexander Isak hatte den Exploit noch auf dem Fuss, doch als die Skandinavier weit aufger├╝ckt waren, nutzte Alvaro Morata in den Schlussminuten den Platz f├╝r die endg├╝ltige Entscheidung und den Treffer zum 1:0. Der St├╝rmer von Juventus Turin versorgte einen Lattenschuss von Dani Olmo im Tor.

Kroatien ├╝berfl├╝gelte schliesslich im dritten „Finalspiel“ in der Gruppe H Russland. Die Kroaten gewannen in Split eine taktisch gepr├Ągte Partie 1:0. Die Kroaten waren allerdings auf die Hilfe der Russen angewiesen. Auf dem schwer bespielbaren, regengetr├Ąnkten Terrain in Split tat sich das Heimteam lange schwer. Auch weil Russland meist mit neun Spielern am eigenen Strafraum wartete und keine Anstalten machte, offensiv in Erscheinung treten zu wollen. Das hatte die Mannschaft von Valeri Karpin auch nicht n├Âtig, war sie doch mit zwei Punkten Vorsprung in diese entscheidende Partie gestiegen.

Doch in der 81. Minute unterlief Fjodor Kudrjaschow ein schwerwiegendes Missgeschick. Der Verteidiger lenkte eine Flanke ins eigene Tor ab und sorgte bei den kroatischen Fans f├╝r ekstatischen Jubel. Das folgende Anrennen der Sbornaja blieb unbelohnt, womit sie sich ├╝ber die Playoffs einen Platz an der WM sicher muss.

F├╝r Kroatien, den Vizeweltmeister von 2018, ist es die sechste Teilnahme an einer WM-Endrunde, und erst zum zweiten Mal schafft es dabei die direkte Qualifikation.

In der Gruppe J gewann Deutschland, dessen WM-Teilnahme schon l├Ąnger feststeht, ausw├Ąrts in Armenien 4:1 und bescherte damit Bundestrainer Hansi Flick im siebten Spiel den siebten Sieg. Manchester-City-Akteur Ilkay G├╝ndogan zeichnete sich gegen die Armenier als Doppeltorsch├╝tze aus. Der Playoffplatz in dieser Gruppe ging an Nordmazedonien, das sich nach zwischenzeitlichem Ausgleich souver├Ąn 3:1 gegen Island durchsetzte. Damit blieb der 2:0-Erfolg Rum├Ąniens, das Nordmazedonien bei einem Punktverlust noch h├Ątte ├╝berholen k├Ânnen, ohne Wert.

(text:sda/bild:unsplash)