16 September 2026

Kriegsverbrechen: 25 Jahre Haft für Kosovos Ex-Präsiden

Nach einem mehrjährigen Prozess ist der Ex-Präsident des Kosovos, Hashim Thaci, wegen Kriegsverbrechen zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Kosovo-Sondergericht in Den Haag sah es unter anderem als erwiesen an, dass er in 96 Fällen für politische Morde verantwortlich war. Zudem wurden ihm weitere schwere Verbrechen wie Folter und Verfolgung sowie willkürliche Inhaftierung von Unschuldigen zur Last gelegt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der 58-jährige Thaci hatte sich zuvor als „vollständig unschuldig“ bezeichnet. Das Urteil, das der Vorsitzende Richter Charles Smith am Mittwoch verlas, nahm er äusserlich ungerührt entgegen. Für die Kriegsverbrechen, die Ende der 1990er-Jahre begangen wurden, hatte die Anklage für Thaci 45 Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung forderte Freispruch. Knapp 300 Zeugen hatten in dem Prozess ausgesagt, 155 Opfer waren an dem drei Jahre dauernden Verfahren beteiligt.

Im Kosovo löste der Richterspruch Empörung aus. „Es ist eine traurige, ungerechte und unverdiente Entscheidung“, sagte der kosovarische Aussenminister Glauk Konjucfa zu kosovarischen Journalisten nach Verlassen des Gerichtssaals in Den Haag. Es sei ein „verheerendes Urteil für das Kosovo, für unseren Befreiungskrieg“, fügte er hinzu. Im Krieg der KLA habe es „keinen kriminellen Mechanismus gegeben, um der Bevölkerung Schaden zuzufügen“.

(text:sda/bild:unsplash)