29 Mai 2022

Konsumentenorganisationen kritisieren Marketing f├╝r Kinderprodukte

94 Prozent der Kinderlebensmittel auf dem Schweizer Markt sind zu s├╝ss, zu salzig oder zu fettig und d├╝rften gem├Ąss der Weltgesundheitsorganisation WHO nicht beworben werden. Das ergab eine Markterhebung der Allianz von drei Konsumentenschutz-Organisationen.

Im Durchschnitt enthalten die Produkte demnach fast einen Drittel Zucker. „Damit gef├Ąhrdet die Lebensmittelindustrie die Gesundheit der j├╝ngsten Konsumentinnen und Konsumenten“, teilten die Organisationen Konsumentenschutz, FRC (F├ęd├ęration romande des consommateurs) und ACSI (Associazione consumatrici e consumatori della Svizzera italiana) am Sonntag mit. Lediglich 20 Produkte erf├╝llten die WHO-Kriterien f├╝r ern├Ąhrungsphysiologisch ausgewogene Lebensmittel.

Die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen fordert unter anderem, dass Kinderbewerbung nur f├╝r Produkte erlaubt wird, die den WHO-Richtlinien f├╝r ausgewogene Lebensmittel entsprechen. Zudem fordern sie, dass das Bundesamt f├╝r Lebensmittelsicherheit und Veterin├Ąrwesen (BLV) von freiwilligen Massnahmen wegkomme und von der Lebensmittelindustrie verbindliche Anstrengungen verlange.

Insgesamt pr├╝fte die Allianz 344 verschiedene Produkte von Aldi-, Coop-, Migros- und Lidl-Filialen darauf, ob sie dem N├Ąhrwertprofil der WHO f├╝r ausgewogene Kinderlebensmittel entsprechen und gem├Ąss WHO beworben werden d├╝rfen. „Das Resultat ist erschreckend: 94 Prozent der Produkte enthalten zu viel Zucker, Salz und/oder Fett.“

Analysiert wurden Produkte, die sich mit ihrer Aufmachung speziell an Kinder richten: Snacks, Backwaren, Getr├Ąnke, Milchprodukte oder Fr├╝hst├╝cksflocken, die mit Personen, Tier- und Fantasiefiguren die Kinder ansprechen.

Laut einem WHO-Bericht vom Mai sind in der Schweiz bereits 23 Prozent der 5- bis 9-j├Ąhrigen Kinder von ├ťbergewicht betroffen, wie die Allianz schrieb. Bei 10- bis 19-j├Ąhrigen Jugendlichen seien es 21 Prozent. (Europ├Ąische Region: 30 Prozent beziehungsweise 25 Prozent).

Die Auswirkungen auf die Gesundheit der Kinder ist laut der Allianz fatal. Zudem seien ├╝bergewichtige Kinder oft auch als Erwachsene ├╝bergewichtig und erkrankten vorzeitig an Diabetes und Herzkreislaufkrankheiten.

(text&bild:sda)