18 Juni 2021

Knappe Mehrheit der Schweizer hÀtte gegen Rahmenabkommen gestimmt

Eine Mehrheit von 51 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer hÀtte bei einer Abstimmung gegen das Rahmenabkommen mit der EU gestimmt. Zugestimmt hÀtten nur 35 Prozent, wie eine Umfrage des Medienhauses Tamedia zeigt.

Die Zweifel, ob das Rahmenabkommen mit der EU eine Mehrheit in der Schweizer Bevölkerung finden wĂŒrde, trug wesentlich dazu bei, dass die Verhandlungen abgebrochen wurden. Das Ergebnis der Umfrage unterstreicht, dass die BefĂŒrchtung des Bundesrates berechtigt war.

Je nach ParteiprĂ€ferenz fallen Zustimmung und Ablehnung des Rahmenabkommens unterschiedlich aus. Die AnhĂ€nger der GLP (57 Prozent), der SP (55 Prozent) und der GrĂŒnen (54 Prozent) sprachen sich mehrheitlich fĂŒr das Abkommen aus.

Dagegen lehnten die AnhĂ€nger der SVP den Rahmenvertrag wuchtig ab. Nur 8 Prozent waren dafĂŒr, wĂ€hrend 82 Prozent das Abkommen ablehnten. Doch auch bei den AnhĂ€ngern der FDP (53 Prozent dagegen und 35 Prozent dafĂŒr) und der Mitte (50 Prozent dagegen und 37 Prozent dafĂŒr) fiel der institutionelle Rahmenvertrag durch.

Ein Ă€hnliches Bild zeigt sich bei der Frage, ob der Abbruch der Verhandlungen richtig gewesen sei. WĂ€hrend mehr als die HĂ€lfte der AnhĂ€ngerschaft von GLP, SP und GrĂŒnen fĂŒr eine Fortsetzung der GesprĂ€che votierte, war es bei FDP und Mitte gerade umgekehrt. Nur 5 Prozent der SVP-AnhĂ€nger hielten weitere Verhandlungen fĂŒr sinnvoll.

FrĂŒhere Umfragen hatten noch eine klare Zustimmung der Bevölkerung zum Rahmenabkommen signalisiert. So ermittelte das Forschungsinstitut gfs.bern Anfang Mai, dass 64 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer mit „ja“ oder „eher ja“ stimmen wĂŒrden. Diese Umfrage fand vor dem Entscheid des Bundesrates statt.

Tamedia hat in der Umfrage vom 11. bis 13. Juni insgesamt 16’249 Personen befragt. Die Fehlerquote betrĂ€gt +/- 4 Prozentpunkte.

(text:sda/bild:unsplash)