23 Mai 2022

Klitschko fordert von der Schweiz ein Verbot russischer TV-Sender

Der ukrainische Unternehmer und fr├╝here Boxweltmeister Wladimir Klitschko hat die Schweiz zu einem Verbot russischer Staatsmedien aufgefordert. Dort laufe antiukrainische Propaganda. „Die Gehirnw├Ąsche findet auch in der Schweiz statt“, sagte er in einem Interview.

„Es ist ganz wichtig, dass die Schweiz nicht einfach passiv an der Seitenlinie steht“, sagte der 46-j├Ąhrige promovierte Sportwissenschaftler dem „Blick“ (Montagausgabe) am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos. „Wenn sie passiv danebensteht und beobachtet, hat sie auch Blut an ihren H├Ąnden.“ Russland m├╝sse wirtschaftlich und auf jede andere Art und Weise isoliert werden, sagte der j├╝ngere Bruder des Kiewer B├╝rgermeisters Vitali Klitschko.

Die schlimmste Waffe im Krieg seien die Medien, sagte Klitschko weiter. „Wenn ich heute in der Schweiz den Fernseher einschalte und russische Sender schaue, h├Âre ich, dass alle Ukrainer Nazis und Faschisten seien. Dass die Ukraine ein Fehler der Geschichte sei ÔÇô und Russland diese Geschichte umschreiben werde. Das h├Âre ich hier im Fernsehen!“

Im Gegensatz zur EU verbietet die Schweiz die Verbreitung von russischen Staatsmedien nicht. Die betroffenen Sender „RT“ (fr├╝her „Russia Today“) und „Sputnik“ sind f├╝r den Bundesrat zwar „Werkzeuge der gezielten Desinformation durch die Russische F├Âderation“, es sei aber wirksamer, unwahren und sch├Ądlichen ├äusserungen mit Fakten zu begegnen, anstatt sie zu verbieten, teilte der Bundesrat Ende M├Ąrz mit. Wirtschaftsminister Guy Parmelin erkl├Ąrte, ein Verbot k├Ânnte als Zensur ausgelegt werden.

Die zwei grossen Schweizer Telekom-Anbieter Swisscom und Sunrise UPC entschieden sich Anfang M├Ąrz, den russischen Staatssender „RT“ per sofort und bis auf Weiteres nicht mehr auszustrahlen.

(text:sda/bild:unsplash)