1 April 2021

Klimawandel verheisst nichts Gutes f├╝r Pollenallergiker

Im Zuge des Klimawandels hat sich die Zeitspanne der Pollensaison verl├Ąngert und intensiviert. Das zeigen umfassende Pollenmessungen zwischen den Jahren 1990 und 2020 in der Schweiz.

├ťber die warmen Temperaturen und den Fr├╝hlingsbeginn freuen sich viele – nur die Allergiker weniger. Sch├Ątzungsweise zwanzig Prozent der Schweizer Bev├Âlkerung leidet an einer Pollenallergie, wie das Schweizerische Tropen- und Public Health-Instituts (Swiss TPH) in einer Mitteilung vom Donnerstag schrieb.

Eine im Fachmagazin „Science of the Total Environment“ ver├Âffentlichte Studie birgt demnach keine guten Nachrichten f├╝r Allergikerinnen und Allergiker. Messungen an 14 Stationen in der Schweiz ergaben, dass sich die Pollensaison im Zuge des Klimawandels in den vergangenen dreissig Jahren verl├Ąngert und intensiviert hat.

F├╝r ihre Studie untersuchten die Forschenden des Swiss TPH in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Bundesamt f├╝r Meteorologie und Klimatologie (MeteoSchweiz) die Pollenkonzentrationen von zw├Âlf verschiedene Pflanzenarten in der Luft.

„Bei mindestens vier allergenen Pflanzenarten beginnt die Pollensaison heute fr├╝her als noch vor 30 Jahren, manchmal sogar schon vor dem Jahreswechsel“, liess sich Marloes Eeftens vom Swiss TPH in der Mitteilung zitieren. Konkret handelt es sich dabei um die Pollen der Hasel, der Eiche, von Gr├Ąsern sowie Nessel- oder Hanfpollen. Ebenfalls verst├Ąrkte sich die Akkumulation in der Luft f├╝r Hasel-, Birken-, Eichen-, Buchen- sowie Brennnessel- oder Hanfpollen.

Demnach leiden Menschen mit Pollenallergien also nicht nur w├Ąhrend einer l├Ąngeren Zeitspanne, sondern reagieren auch st├Ąrker auf diese h├Âheren Pollenkonzentrationen, so Eeftens.

W├Ąhrend heutzutage rund jeder f├╝nfte Mensch in der Schweiz an einer Pollenallergie leidet, waren es vor 100 Jahren weniger als ein Prozent der Bev├Âlkerung. Dies sei mutmasslich auf verbesserte Hygiene zur├╝ckzuf├╝hren sowie darauf, dass immer mehr Menschen in St├Ądten wohnen, hiess es in der Mitteilung. Angesicht der grossen Zahl an betroffenen Menschen sei es wichtig, die gesundheitlichen kurz- sowie langfristigen Folgen der Pollen intensiver zu erforschen, sagte Eeftens.

Denn Pollenfl├╝ge lassen sich kaum beeinflussen. Doch wer weiss, wo wann welche Pollen fliegen, kann ihnen besser ausweichen. MeteoSchweiz pr├Ąsentierte k├╝rzlich denn auch ein Pilotprojekt, das darauf abzielt, die Pollenbelastung in Echtzeit zur Verf├╝gung zu stellen. Dabei werden die Konzentrationen von sieben verschiedenen Pollenarten vorerst an f├╝nf Stationen in der Schweiz in einer feineren zeitlichen Aufl├Âsung gemessen.

(text:sda/bild:pixabay)