11 Januar 2023

Klimawandel f├╝hrte 2022 zu Temperaturrekord in Weltmeeren

Die Weltmeere waren 2022 so warm wie noch nie. Das zeigt eine neue Studie, die ein internationales Forscherteam am Mittwoch im Fachblatt „Advances in Atmospheric Sciences“ ver├Âffentlichte. Wegen der Erderw├Ąrmung sei mit immer neuen Temperaturrekorden zu rechnen.

An der Untersuchung waren 24 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von 16 Forschungsinstituten weltweit beteiligt. Die Studienautoren aus den USA, China, Italien und Neuseeland hoben hervor, dass die Meere rund 90 Prozent der ├╝bersch├╝ssigen W├Ąrme absorbieren, die der Mensch mit dem Ausstoss von Treibhausgasen verursacht.

Durch den menschengemachten Klimawandel steigen die Temperaturen an der Meeresoberfl├Ąche, was wiederum das Wetter destabilisiert und zu einer Zunahme von St├╝rmen und anderen Wetterextremen f├╝hrt. Im Meer selbst haben die anhaltenden Hitzewellen bereits verheerende Auswirkungen auf die dortige Tier- und Pflanzenwelt.

Vergangenes Jahr habe die W├Ąrme in den Weltmeeren den Durchschnittswert der vorherigen Jahre um etwa zehn Zettajoule ├╝bertroffen, schildern die Studienautoren. Das entspricht dem Hundertfachen der weltweiten Stromerzeugung im Jahr 2021. Aufzeichnungen, die bis in die sp├Ąten 50er Jahre zur├╝ckreichen, zeigen einen stetigen Anstieg der Meerestemperaturen. Seit etwa 1985 ist der Anstieg besonders deutlich.

Wissenschaftler haben bereits wiederholt gewarnt, dass die steigenden Temperaturen die Ozeane schneller aus dem Gleichgewicht br├Ąchten als zun├Ąchst angenommen. Der Klimawandel sorgt ├╝berdies f├╝r eine st├Ąrkere Versalzung der Meere. Beide Faktoren tr├╝gen zu einer Schichtenbildung in den Meeren bei. Zwischen diesen Schichten vermischt sich das Wasser nicht mehr, was wiederum den Austausch von W├Ąrme, Sauerstoff und Kohlendioxid behindert.

Unter dem Strich gehe dem Meer dadurch Sauerstoff verloren, heisst es in der Studie. Dieser Verlust an Sauerstoff sei „ein Albtraum nicht nur f├╝r das Leben und die ├ľkosysteme im Meer, sondern auch f├╝r Menschen und unsere ├ľkosysteme an Land“, erkl├Ąrten die beteiligten Forscher.

Am Dienstag hatte das europ├Ąische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus seinen Jahresbericht vorgelegt, wonach 2022 f├╝r ein Viertel der Menschheit das w├Ąrmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen war. Neue H├Âchstwerte wurden demnach unter anderem in Westeuropa, China und Nahost gemessen. Die Auswirkungen des Klimawandels in Form von h├Ąufigeren und intensiveren Wetterextremen wie D├╝rren, St├╝rmen und Hochwasser geben weltweit Anlass zur Sorge.

(text:sda/bild:unsplash)