23 Mai 2023

Klimaaktivisten legen Flugverkehr in Genf lahm

Dutzende von Klimaaktivisten haben am Dienstag am Rande des Genfer Flughafens gegen Privatjets protestiert. Mit ihrer Aktion legten sie den Flugverkehr um die Mittagszeit fĂŒr rund eine Stunde lahm.

Zahlreiche Polizisten griffen ein, um die Aktivisten zu vertreiben, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor Ort feststellte. Einige der KlimaschĂŒtzer hatten sich an Flugzeuge gekettet, die ihm Rahmen der laufenden Verkaufsmesse von Privatjets auf dem Palexpo-GelĂ€nde neben dem Flughafen ausgestellt waren. Die Polizei nahm rund 80 Personen fest, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Die Aktivisten erklĂ€rten, dass sie den kommerziellen Flugverkehr am Flughafen Genf nicht stören wollten. Aus SicherheitsgrĂŒnden wurde der Flugverkehr jedoch ab 11.40 Uhr fĂŒr eine Stunde unterbrochen, wie ein Flughafensprecher und eine Skyguide-Sprecherin erklĂ€rten.

In Genf werden zurzeit im Rahmen der European Business Aviation Convention & Exhibition Privatjets ausgestellt. Es ist die grösste Verkaufsmesse fĂŒr Privatjets in Europa.

Die aus 17 LĂ€ndern stammenden Aktivisten unterstĂŒtzten mit ihrem Protest Organisationen wie Greenpeace, Stay Grounded, Extinction Rebellion, Scientist Rebellion und andere Klimaorganisationen, teilten Greenpeace und Extinction Rebellion mit. Die KlimaschĂŒtzer fordern ein Verbot von Privatjets. Aktivisten blockierten auch den Haupteingang der Messe fĂŒr GeschĂ€ftsflugzeuge, die in den Palexpo-Hallen stattfindet.

Die Aktivisten klebten „Warnhinweise“ auf die Jets, wie sie auch auf Zigarettenpackungen zu finden sind, wie „Privatjets zerstören unseren Planeten“, „verbrennen unsere Zukunft“ oder „nĂ€hren die Ungleichheit“. Weiter wiesen die Aktivisten darauf hin, dass der Flughafen Amsterdam Schiphol Privatjets ab 2025 verbieten werde, wĂ€hrend es in Genf ein starken Verkehr von Privatjets gebe.

Laut Greenpeace verursachen PrivatflĂŒge etwa zehnmal mehr Treibhausgasemissionen pro Passagierkilometer als kommerzielle FlĂŒge. Hinzu komme die Verschmutzung durch Mikropartikel und LĂ€rm. Privatjets seien jedoch von den wichtigsten europĂ€ischen Vorschriften zur Verringerung der Treibhausgasemissionen ausgenommen.

Die Zahl der Privatjets weltweit hat sich in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt. SchĂ€tzungsweise stehen global rund 22’000 solcher Flugzeuge im Einsatz.

(text&bild:sda)