18 Dezember 2021

Killian Peier und die Kunst, geduldig zu bleiben

Killian Peier verbl├╝fft in dieser Saison mit konstant guten Leistungen – und das nur ein Jahr nach einem Kreuzbandriss. In Engelberg m├Âchte der WM-Dritte nun erstmals in die Top Ten vorstossen.

Kommt Killian Peier der Start in die Weltcup-Saison mit drei Top-Ten-Pl├Ątzen und keiner schlechteren Klassierung als Rang 16 angesichts der Vorgeschichte wie ein Traum vor? “Ja und nein”, sagt der 26-j├Ąhrige Waadtl├Ąnder, der sich den Kreuzbandriss an der Schweizer Meisterschaft im Oktober 2020 zugezogen hat, und analysiert. “Bereits die Trainings vor dem Saisonstart waren sehr gut. Aber gute Trainings bedeuten noch keine guten Wettk├Ąmpfe.”

Dies galt f├╝r Peier noch speziell, denn kaum ein Skispringer kam nach einem Kreuzbandriss gleich so stark zur├╝ck. Bereits im August dieses Jahres stand der Romand wieder auf einer grossen Schanze. Dennoch kam er im Sommer nur auf “etwa 140 Spr├╝nge” – statt auf 400 vor seiner schweren Verletzung.

Peier schaffte es aber, dieses R├╝ckschlag in etwas Positives umzum├╝nzen. Zum einen war er gem├Ąss Meinung aller Experten zum Zeitpunkt seiner Verletzung so gut in Form wie nie zuvor. Was ein Grund f├╝r Frust h├Ątte sein k├Ânnen, gab ihm die Zuversicht, nach der Rehabilitation wieder vorne mitmischen zu k├Ânnen. Und es f├╝hrte zu einer noch gr├Âsseren Fokussierung. “Ich wusste, dass es eng wird mit dem Timing auf den Saisonstart”, gibt Peier zu. “So habe ich im Training meine Chancen zu 200 Prozent genutzt. Es hat mir erlaubt, sehr konzentriert zu sein und mental stark.”

Mit dem Erfolg kommt bekanntlich der Appetit auf mehr. Doch Peier l├Ąsst sich nicht unter Druck setzen. “Meine Einstellung ist: Jedes Wochenende ist eine neue Herausforderung. Das Ziel ist es, diese Herausforderung jedes Mal bestm├Âglich zu meistern.” Das werde auch f├╝r den Rest der Saison so bleiben. “Es hilft mir, bescheiden zu bleiben.” Und es ist ebenfalls eine Erkenntnis aus der langen Verletzungspause. “Ich war ├╝berrascht, dass ich geduldig geblieben bin.”

Auch deshalb stehen die Chancen gut, dass Peier auf der Gross-Titlis-Schanze erstmals in die Top Ten springen k├Ânnte. Vor zwei Jahren, bei seinem letzten Heimauftritt, verpasste er dies als Elfter um rund zwei Meter.

(text&bild:sda)