7 Juli 2026

Keine Planungszone in Grindelwald: Bürokratie verhindert rasche Lösungen

Grindelwald verzichtet vorerst auf den Erlass einer Planungszone für das gesamte Gemeindegebiet. Eigentlich wollte der Gemeinderat damit eine rechtsverbindliche Grundlage schaffen, um bezahlbaren Wohnraum für Einheimische zu fördern und die Umnutzung in Zweitwohnungen sowie die Kurzzeitvermietung (z. B. via Airbnb) zu regeln. Nach Abwägung der Konsequenzen hat sich der Gemeinderat nun aber gegen dieses drastische Instrument entschieden.

Gemeindepräsident Beat Bucher begründet das Nein damit, dass eine Planungszone wie eine Stopptaste wirke, die alles blockiere, ohne sofort konkrete Lösungen zu liefern. Ein grosses Problem sei zudem die Schwerfälligkeit auf kantonaler Ebene. Bucher kritisiert, dass der Kanton oft jeglichen Pragmatismus vermissen lasse und die gesetzlichen Vorgaben viel zu starr seien. Die Gemeinde könne dadurch nicht agil auf Entwicklungen reagieren, die viel schneller voranschreiten als der behördliche Apparat. Eine Planungszone mache nur dann Sinn, wenn danach auch schnelle Resultate folgen können, was beim aktuellen System nicht zu erwarten sei.

Die Gemeinde betont, dass das Ziel – die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum – bestehen bleibt. Wie die Beschränkungen für Zweitwohnungen und Plattformen wie Airbnb künftig rechtlich sauber ausgestaltet werden, ist nun Gegenstand weiterer Abklärungen.

(text:tki/bild:beo)