5 Februar 2026

Keine Gefahr mehr im Bündner Dorf Brienz

Ein Leben im von einem Bergsturz bedrohten Bündner Dorf Brienz scheint wieder langfristig möglich. Experten zufolge veränderte sich die Gefahrenlage so stark, dass in den nächsten Jahren wohl keine langen Evakuierungen mehr folgen. Am Umsiedlungsprojekt halten die Behörden dennoch fest – und ernten Kritik.

Gleich mehrere Fronten prallten beim Thema Umsiedlung an der Informationsveranstaltung am Donnerstagabend in Tiefencastel GR aufeinander. Einige forderten die Sistierung des gesamten Projekts, weil nun eine langfristige Rückkehr ins Dorf gesichert scheint. Andere wollen trotzdem schnellstmöglich weg und kritisierten die Behörden, die bürokratischen Hürden hierfür zu kompliziert zu gestalten.

Generell seien Bund, Kanton und Gemeinde nach wie vor der Meinung, dass das Angebot der freiwilligen und präventiven Umsiedlung aus Brienz möglich sein soll, sagten die Verantwortlichen. Sie wollen den Betroffenen gar ein neues Anmeldefenster bis zum 9. März für Verfügung stellen. Rund ein Drittel der Gesamtbevölkerung hatte sich bereits angemeldet. Diese hätten nun die Möglichkeit, aufgrund der neuen Gefahrenlage das Verfahren abzubrechen, betonte Roland Tremp von der Projektgruppe für die Umsiedlung.

Denn eine Umsiedlung hat ihren Preis: Die Betroffenen müssen ihre alten Häuser in Brienz abreissen lassen. So will es das Waldgesetz, auf dessen Grundlage die Umsiedlungsfinanzierung aufgebaut ist. Es regelt den Umgang mit Naturgefahren. Bei einer Gefährdung sind Massnahmen möglich – unter anderem Schutzbauten. Dazu gehören auch Umsiedlungen, weil dabei das Schadenspotenzial aufgelöst werden kann und somit kein Risiko mehr besteht. Dies ist entscheidend für die finanzielle Unterstützung. 90 Prozent der Kosten würden so den Betroffenen gedeckt.

(text:sda/symbolbild:unspash)