Keine Antworten zu getöteter trächtigen Wölfin in Schattenhalb
Mitte April 2025 wurde in Schattenhalb bei Meiringen eine getötete, trächtige Wölfin gefunden. Damit hätte es potenziell ein Wolfsrudel im Kanton Bern gegeben. Zu diesem mutmasslichen Fall von Wilderei hat die Bieler SP-Grossrätin Susanne Clauss eine Interpellation im Grossen Rat eingereicht. Mit 16 Fragen wollte sie mehr über die Tötung der Wölfin bei Schattenhalb im Frühling 2025 erfahren. Antworten erhielt sie jedoch kaum, da der Fall noch nicht aufgeklärt ist und bei der Polizei liegt. Der Regierungsrat antwortete auf die meisten Fragen mit dem Hinweis, dass er sich zu einem laufenden Verfahren nicht äussern könne. Susanne Clauss hatte mit einer schnelleren Aufklärung gerechnet und zeigte sich entsprechend enttäuscht. Die SP-Grossrätin Susanne Clauss ist zudem Vizepräsidentin einer Wolfsschutzorganisation im Jura. Mit ihrer Interpellation wollte sie auf dieses Verbrechen aufmerksam machen und sieht darüber hinaus weiteren Handlungsbedarf beim Thema Wilderei, sagt Clauss.
Der Nationalrat und Präsident des Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verbands, Ernst Wandfluh, setzt sich für eine stärkere Regulierung des Wolfs ein. Er äussert sich zur erschossenen trächtigen Wölfin im Hasli: „Wir befürworten Wilderei nicht, wir wollen nicht, dass so etwas passiert. Aber man muss auch ehrlich sein: Wenn Tiere gerissen wurden, ist das eine Ausnahmesituation für die Tierhalter:innen. Allenfalls braucht es noch eine Not-Tötung. Dass da vielleicht jemand rot sieht und etwas Verbotenes tut, kann ich auch ein bisschen nachvollziehen.“ Gleichzeitig betont Wandfluh, dass ein solches illegales Verhalten seiner Sache, der stärkeren Regulierung des Wolfes, nicht helfe. Ziel sei ein regulärer Abschuss, der über die Wildhut erfolgen müsse. Wilderei wolle er auf keinen Fall tolerieren.
(text:pmu/bild:unsplash)