21 November 2023

Kaum Angst vor Betrug beim Online-Shopping

Mit den Rabattschlachten rund um den Black Friday steht der Einkauf im Internet in den nĂ€chsten Tagen wieder hoch im Kurs. Über mögliche Betrugsmaschen beim Online-Shopping machen sich dabei laut einer Umfrage nur die Wenigsten Gedanken.

Zu diesem Schluss kommt eine im Auftrag von Digitalswitzerland erstellte Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstituts gfs-zĂŒrich. Demnach beurteilen zwei Drittel (68%) der Befragten ihre eigenen Kenntnisse zum Thema Cyberrisiken als „eher gut“ oder sogar „sehr gut“.

Diese Befragten fallen laut den Studienautoren bei ihren weiteren Antworten auch dadurch auf, dass sie sich sicherer verhalten. Zu den Vorkehrungsmassnahmen zÀhlen etwa die Verwendung verschiedener Passwörter.

„Passwörter gehören zu den wichtigsten Sicherheitsmassnahmen“, erklĂ€rte dazu Katja Dörlemann von der Swiss Internet Security Alliance SISA anlĂ€sslich einer Medienkonferenz am Dienstag. Daher sei es beunruhigend, dass gemĂ€ss der Umfrage knapp ein Drittel der Befragten „fast immer“ oder sogar „immer“ das gleiche Passwort nutzt.

„Ist so ein Passwort erst einmal in fremden HĂ€nden, ist der Zugriff auf alle Online-Dienstleistungen offen“, warnte Dörlemann. Sie rĂ€t daher zur Verwendung eines Passwort-Managers. „Dann genĂŒgt ein einziges, sehr sicheres Passwort, das man sich merken muss.“

Die Gefahr, Opfer von Cyberkriminellen zu werden sei zudem nicht zu unterschÀtzen. Immerhin 8 Prozent der 1239 befragten Personen gaben an, schon einmal von einem Angriff aus dem Internet betroffen gewesen zu sein.

Sollten Nutzer einem Hacker oder einer Betrugsmasche auf den Leim gehen, fĂŒrchten sich die meisten Befragten (43%) indes vor Datendiebstahl oder -verlust. Knapp ein Drittel befĂŒrchtet finanzielle Folgen (30%) und ein FĂŒnftel den Missbrauch von persönlichen Daten oder IdentitĂ€tsdiebstahl (20%).

Mit Abstand am meisten SchadensfĂ€lle betreffen derweil die Finanzen, wie Simon Seebeck, Leiter des Kompetenzzentrums Cyber Risk beim Versicherer Mobiliar, erklĂ€rte. Der Verlust von Geld sei daher am ehesten zu fĂŒrchten und könne alle treffen

„Niemand ist grundsĂ€tzlich uninteressant fĂŒr Cyberkriminelle“, sagte Seebeck. Alle Personen, die sich im Internet bewegen, seien daher dem Risiko, „Opfer von kriminellen Taschendieben“ zu werden, ausgesetzt.

Geht es wie am Black Friday ums Online-Shopping, gebe sich die ĂŒberwiegende Mehrheit aber immer noch sehr gelassen, was das Risiko angeht, Opfer von TrickbetrĂŒgern zu werden. Über vier FĂŒnftel der Befragten (85%) machen sich „selten“ oder „nie“ Sorgen vor Betrug auf den Shoppingplattformen.

Dabei sei gut einer von zehn Umfrageteilnehmern (11%) in den letzten fĂŒnf Jahren schon einmal Opfer eines Betrugs etwa von gefĂ€lschten Onlineshops oder Buchungsplattformen geworden. Oftmals werde dabei bereits bezahlte Ware nicht geliefert oder versprochene Dienstleistungen nicht erbracht. Die Experten raten daher, auch im Shopping-Rausch die Augen immer offen zu halten.

(text:sda/bild:unsplash)