Kanton will sein Wasser umfassend und nachhaltig bewirtschaften
Mit der Wasserstrategie 2040 schafft der Regierungsrat eine Gesamtsicht über den Umgang mit Wasser im Kanton Bern. Die Strategie unterstützt eine nachhaltige Bewirtschaftung des Wassers – von der Gewässerökologie über Hochwasser- und Trockenheitsvorsorge bis hin zu Wassernutzung, Abwasserbewirtschaftung, Energiefragen und Biodiversität. Damit reagiert der Kanton auf Herausforderungen wie den Klimawandel, neue Belastungen des Wassers und steigende Nutzungsansprüche.
Mit der kantonalen Wasserstrategie 2010 verfügte der Kanton Bern erstmals über ein übergeordnetes Steuerungsinstrument für den Umgang mit der Ressource Wasser. Sie konzentrierte sich auf die drei Themenbereiche Wasserversorgung, Siedlungswirtschaft und Wassernutzung mit entsprechenden Massnahmenprogrammen. Seit 2010 haben sich die Herausforderungen im Umgang mit Wasser jedoch deutlich verändert. Klimawandel, neue Belastungen des Wassers durch Spurenstoffe wie Pestizide sowie steigende Nutzungsansprüche in Landwirtschaft, Siedlung und Energie prägen zunehmend den Wasserhaushalt.
Gesamtsicht zu allen Themen rund ums Wasser
Mit der Wasserstrategie 2040, die der Regierungsrat nun zur Kenntnis zuhanden des Grossen Rates verabschiedet hat, kann der Kanton Bern auf die aktuellen Herausforderungen angemessen reagieren. Die als Grundlage dienende Wasserstrategie 2010 wurde umfassend überarbeitet und thematisch erweitert. Die Wasserstrategie 2040 bietet eine Gesamtsicht über alle Themen rund ums Wasser im Kanton Bern. Sie berücksichtigt ökologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Anliegen. Damit entspricht der Regierungsrat auch verschiedenen Vorstössen im Grossen Rat.
Fachübergreifende Sichtweise
Die Wasserstrategie 2040 verknüpft fachübergreifend die Bereiche Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Hochwasser- und Trockenheitsmanagement, Gewässerökologie, Landwirtschaft, Energie, weitere Wassernutzungen und Raumplanung. Sie legt die Basis für die Zusammenarbeit, fördert die Koordination zwischen Fachstellen und Akteurinnen und Akteuren der Wasserwirtschaft, unterstützt vorausschauendes Handeln und stärkt die Planungssicherheit. Die Strategie besteht aus drei Teilen:
– einem erläuternden Bericht, der Ziele, Hintergründe und Ausrichtung darlegt,
– den Massnahmenblättern, welche die Umsetzung konkretisieren,
– dem Vollzugskonzept Siedlungsentwässerung als Anhang.
Übergeordnete Ziele in verschiedenen Bereichen
Die Wasserstrategie 2040 umfasst unter anderem die folgenden übergeordneten Stossrichtungen:
Den Wasserkreislauf im Klimawandel stärken, den Umgang mit Hochwasser und Trockenheit verbessern und die Einträge von schädlichen Stoffen im Grundwasser weiter reduzieren. Weiter will die Strategie die Biodiversität erhalten, die Wassernutzungen und damit auch die öffentliche Versorgung mit Trinkwasser sicherstellen und priorisieren und den Bewässerungsbedarf in der Landwirtschaft optimieren. Die Wasserkraft soll nachhaltig weiterentwickelt werden, mit Fokus auf Grosswasserkraft und Winterproduktion von Strom. Schliesslich sollen insbesondere auch die Ökologie und der sorgfältige Umgang mit der thermischen Nutzung von Grundwasser berücksichtigt werden.
Wasserstrategie 2040 ist breit abgestützt
Die Wasserstrategie 2040 wurde in einem breit abgestützten Prozess erarbeitet. Unter Federführung des Amts für Wasser und Abfall arbeiteten das Amt für Umwelt und Energie, das Amt für Landwirtschaft und Natur sowie weitere kantonale Ämter (Tiefbauamt, Amt für Gemeinden und Raumordnung sowie Amt für Wald und Naturgefahren) eng zusammen. Unterstützt wurde der Prozess durch externe Fachbüros mit Expertise in den jeweiligen Kernthemen. In drei Begleitgruppenanlässen wurden Vertreterinnen und Vertreter aus Gemeinden, Regionen, Wirtschaft, Forschung und Umweltorganisationen einbezogen.
(text:pd/bild:csc)