14 Januar 2026

Kanton will mit Massnahmenpaket Waldsituation verbessern

Alle zwei Jahre erstellt das Amt für Wald und Naturgefahren ein Wildeinflussgutachten (WEG). Das Gutachten zeigt, wie stark Wildtiere die Waldverjüngung im Kanton Bern beeinflussen und dient als Grundlage für jagdliche und waldbauliche Massnahmen. Die Waldverjüngung ist entscheidend, weil sie die Grundlage für einen stabilen, vielfältigen und klimaresilienten Wald bildet, der seine Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktionen langfristig erfüllen kann. Dabei wird unterschieden, ob das Verjüngungsziel erreicht werden kann (tragbar), ob es unsicher ist (kritisch) oder ob es nicht erreicht werden kann (untragbar).

Das Wildeinflussgutachten 2025 bestätigt den negativen Trend der letzten Jahre. Der Anteil tragbarer Flächen ist weiter gesunken. Gleichzeitig haben kritische Flächen zugenommen, der Anteil untragbarer Flächen hat im Mittelland gebietsweise abgenommen, im Oberland hat er weiter zugenommen. Über den Gesamtkanton gesehen ist er in etwa stabil.

Der Wildeinfluss ist im Kanton Bern regional sehr unterschiedlich. Im Mittelland nehmen die kritischen Flächen zu. In den Alpen wachsen vor allem die untragbaren Flächen. Im Jura sowie in den Voralpen bleibt dagegen die Situation gegenüber 2023 weitgehend unverändert.

Ein zentrales Element der Strategie ist die gezielte Jagdsteuerung. Im Jahr 2025 konnten 1323 Rothirsche erlegt werden – rund ein Viertel mehr als 2023. Damit wurden die jagdplanerischen Ziele grossmehrheitlich erreicht. Die Jagd konzentriert sich vor allem auf Tiere, die das Wachstum der Population bestimmen. So dürfen in der ersten Jagdwoche nur weibliche Tiere und deren Nachwuchs geschossen werden. Der Anteil weiblicher Tiere an der Gesamtstrecke konnte in den letzten 2 Jahren um 11 Prozent auf 63 Prozent gesteigert werden.

Die Ergebnisse des Wildeinflussgutachtens 2025 bestätigen den Handlungsbedarf, den der Kanton Bern mit der Strategie Wald-Wild-Lebensraum aufgreift. Die Strategie bündelt Massnahmen in Jagd, Waldbewirtschaftung und Wildschadenverhütung, um die Widerstandsfähigkeit des Waldes zu stärken und gleichzeitig Lebensräume für Wildtiere zu sichern. Aufgrund der erwarteten Wirkungsdauer ist das Ziel der Strategie auf das Jahr 2040 ausgerichtet.

(text:pd,jae/bild:pixabay)