12 Januar 2026

Kanton will Fische und Fischerei vor Kormoranen schützen

In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der brütenden Kormorane an den Berner Gewässern angestiegen. Kormorane bedrohen gefährdete Fischarten und sind eine Herausforderung für die Berufsfischerei. Deshalb hat der Kanton Bern zusammen mit den betroffenen Akteuren einen Zwölf-Punkte-Plan erarbeitet. Damit setzt er eine Motion des Grossen Rates um. Ziel ist es, das Kormoranmanagement zu verbessern und die Fischerei sowie die Fischlebensräume zu schützen.

Im Kanton Bern – wie auch in der übrigen Schweiz – geraten Fischarten vermehrt unter Druck. Seit den 1990er-Jahren nehmen die Bestände von gefährdeten Fischarten wie der Äsche und Nase ab. Die Ursachen sind vielfältig: Klimawandel, Nährstoffrückgang, Wasserkraftnutzung, Gewässerverbauung oder Neobiota. Die fischfressenden Kormorane verschlimmern die Situation zusätzlich: An Fliessgewässern entnimmt der Kormoran deutlich mehr Fische als die Anglerinnen und Angler. Auch an Seen verursacht er Schäden an Netzen und Verluste in der Berufsfischerei.

Umsetzung der Motion «Nachhaltiger Umgang mit der Kormoranpopulation»

Die Konflikte zwischen Kormoranen, Fischerei und Fischartenschutz führten dazu, dass der Grosse Rat 2022 die Motion «Nachhaltiger Umgang mit der Kormoranpopulation» annahm.

Umsetzung mit einem Zwölf-Punkte-Plan

Damit die Ziele erreicht werden können, setzt der Kanton Bern auf einen Zwölf-Punkte-Plan. Dieser hat vier Stossrichtungen: jagdliche Massnahmen, Eingriffe in Brutkolonien, Massnahmen in der Fischerei sowie die Anstrengungen zur Wiederherstellung naturnaher Gewässer weiterführen. Die einzelnen Massnahmen sind auf einer Karte dargestellt.

Besonders anspruchsvoll ist die Situation im Fanel und im Hagneckdelta. Dort liegen die Kormoran-kolonien in Wasser- und Zugvogelreservaten von internationaler und nationaler Bedeutung. Eingriffe sind nur unter strengen rechtlichen Vorgaben erlaubt – zum Beispiel erst, wenn zuvor alle milderen Massnahmen geprüft und ausgeschöpft wurden.

Eine der Massnahmen gegen den Kormoran sind auch Vergrämungsabschüsse im Gebiet Schadau am Thunersee. Kormorane seien intelligente und soziale Jäger, erklärt Andreas Hertig, Bereichsleiter Fischereimanagment beim Kanton gegenüber Radio BeO, würden einzelne Vögel geschossen, würden weitere mindestens eine Zeit lang wegbleiben. In der Schadau würden seit ein paar Jahren einzelne Tiere pro Jahr entnommen, seither seien die Äschebestände dabei, sich zu erholen.

(text:pd,csc/bild:unsplash)