13 Mai 2024

Landeskirchen sollen jÀhrlich 30 Millionen Franken erhalten

Die evangelisch-reformierte, die römisch-katholische und die christkatholische Landeskirche sollen jĂ€hrlich insgesamt 29,36 Millionen Franken zur Finanzierung ihrer gesamtgesellschaftlichen Leistungen erhalten. Der Regierungsrat hat einen Objektkredit zuhanden des Grossen Rates verabschiedet. Der Grosse Rat entscheidet in der Herbstsession 2024 darĂŒber.

Das totalrevidierte Gesetz ĂŒber die bernischen Landeskirchen sieht ein neues System fĂŒr die Finanzierung vor. Ab 2026 unterstĂŒtzt der Kanton die drei Berner Landeskirchen erstmals mit einem Beitrag fĂŒr ihre Leistungen im gesamtgesellschaftlichen Interesse. Gemeint sind TĂ€tigkeiten, die zur solidarischen Gemeinschaft, zur Vermittlung grundlegender Werte, zum Frieden unter den Religionen, zur religiösen Bildung und zur Kulturpflege beitragen. Basis fĂŒr die Berechnung sind die Berichte der Landeskirchen, die erstmals einen umfassenden Überblick ĂŒber ihre vielfĂ€ltigen Leistungen vermitteln.

FĂŒr eine solidarische Gesellschaft
Das Angebot der Kirchen ist breit und reicht von der Kinder- und Jugendarbeit ĂŒber die Begleitung von Armutsbetroffenen und Betagten oder seelsorgerliche Leistungen bis hin zu Kunstausstellungen in Kirchen. Damit entlasten die Kirchen den Staat massgeblich. Die Zahlen und Fakten in den Berichten machen deutlich, dass die Landeskirchen ihre im Landeskirchengesetz vorgesehene Rolle im Dienste der Gesellschaft sehr gut erfĂŒllen.

Leistungen im Wert von mehr als 225 Millionen Franken jÀhrlich
Die Landeskirchen und ihre Kirchgemeinden haben in den Jahren 2020 und 2021 im jĂ€hrlichen Durchschnitt gesamtgesell­schaft­liche Leistungen im Wert von insgesamt 225,9 Millionen Franken erbracht. Darin sind auch ĂŒber 830’000 Stunden Freiwilligenarbeit enthalten, was einem Gegenwert von 44,7 Millionen. Franken entspricht. Die Kirchen finanzierten diese Arbeit und ihre kultischen Leistungen wie z.B. Gottesdienste, Trauungen und Bestattungen in den Berichtsjahren 2020/2021 mit dem Kantonsbeitrag fĂŒr die ArbeitsverhĂ€ltnisse der Pfarrpersonen in der Höhe von jĂ€hrlich 72,6 Millionen Franken, mit Kirchensteuern natĂŒrlicher und juristischer Personen in der Höhe von durchschnittlich 233,4 Millionen Franken sowie weiteren ErtrĂ€gen.

Aufteilung des Betrags auf die Landeskirchen
Insgesamt sollen die drei Landeskirchen in der Beitragsperiode 2026-2031 jÀhrlich 29,36 Millionen Franken zur Finanzierung ihrer gesamtgesellschaftlichen Leistungen erhalten. Die Aufteilung des Beitrags bemisst sich nach ihrem Anteil an den erbrachten Leistungen in den Vorjahren:

  • 22,64 Millionen Franken (77,12 % des Totals) erhĂ€lt die evangelisch-reformierte Landeskirche.
  • 6,58 Millionen Franken (22,40 % des Totals) gehen an die römisch-katholische Landeskirche.
  • 140’000 Franken (0,48 % des Totals) erhĂ€lt die christkatholische Landeskirche.


SockelbeitrÀge

Diese BeitrĂ€ge ergĂ€nzen die SockelbeitrĂ€ge, welche die Landeskirchen zur Wahrung der «historischen Rechtstitel» erhalten: Aufgrund der Verstaatlichung des Kirchengutes im 19. Jahrhundert ist der Kanton weiterhin verpflichtet, fĂŒr einen Teil der Löhne der Geistlichen der evangelisch-reformierten Landeskirche aufzukommen. Aus GrĂŒnden der Gleichbehandlung erhalten auch die beiden anderen Landeskirchen SockelbeitrĂ€ge fĂŒr die Entlöhnung der Geistlichen. Der jĂ€hrliche Beitrag dafĂŒr liegt ab 2026 bei 43,24 Millionen Franken.

Der Grosse Rat entscheidet in der Herbstsession
Das Landeskirchengesetz sieht vor, dass der Grosse Rat den Beitrag an die Landeskirchen jeweils fĂŒr einen Zeitraum von sechs Jahren abschliessend festlegt. Der Antrag des Regierungsrates wird in der Septembersession 2024 beraten.

(text:pd kanton bern/symbolbild:clĂŒ)