Kandersteg allenfalls mit Anwalt gegen Asylunterkunft
Die Gemeinde Kandersteg lässt im Streit um eine geplante Asylunterkunft nicht locker und droht der kantonalen Verwaltung im Bedarfsfall mit einer rechtlichen Anfechtung des Baugesuchs. Der Gemeinderat fordert mit Nachdruck eine Redimensionalisierung des Projekts sowie ein Gespräch auf Augenhöhe mit dem Kanton Bern. Dies zeigte sich an der gestrigen (5.6.) Gemeindeversammlung.
Gemeinderatspräsident René Maeder betonte in diesem Zusammenhang gegenüber Radio BeO, dass die Behörden primär eine einvernehmliche Lösung mit dem Kanton anstreben, andernfalls jedoch baurechtlich von einem Anwalt prüfen lassen, ob das Vorhaben in der vorliegenden Form überhaupt zulässig ist. Bei der geforderten Redimensionalisierung denkt Maeder an eine Reduktion der Kapazität um mehr als die Hälfte, konkret von den geplanten 200 auf deutlich unter 100 Plätze. Mitte Juni ist ein weiteres Gespräch mit den kantonalen Vertretern angesetzt, bei dem René Maeder auf eine für alle Parteien gute Lösung hofft, um eine Blockade des gesamten Projekts über das Baugesuchsverfahren abzuwenden.
Neben der Dimensionierung kritisiert der Gemeinderat auch den gewählten Standort, dem es an nötigem Umschwung fehlt. Maeder unterstrich zudem, dass Kandersteg grundsätzlich eine ausgeprägte Aufnahmekultur besitze, was sich in der Vergangenheit bereits bei der Unterbringung von Geflüchteten aus der Ukraine gezeigt habe. Im aktuellen Fall seien die lokalen Behörden jedoch viel zu spät in den Planungsprozess einbezogen worden.
(text:chl/bild:pg)