8 Mai 2022

Kanadischer Regierungschef Trudeau besucht Ukraine

Der kanadische Regierungschef Justin Trudeau ist unangekĂŒndigt in die Ukraine gereist. Trudeau habe die Stadt Irpin im Grossraum Kiew besucht, meldete die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform am Sonntag unter Berufung auf den BĂŒrgermeister von Irpin. Sie veröffentlichte auch ein Foto, das den Regierungschef des Nato-Landes vor zerstörten HĂ€usern zeigt. Wenig spĂ€ter bestĂ€tigte die kanadische Regierung den Besuch und kĂŒndigte ein geplantes Treffen Trudeaus mit dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj an.

“Ich hatte gerade die Ehre, mit dem Premierminister von Kanada, Justin Trudeau, zu sprechen”, heisst es auf der Facebook-Seite von Irpins BĂŒrgermeister Olexander Markuschin. “Er kam nach Irpin, um mit eigenen Augen den ganzen Horror zu sehen, den die russischen Besatzer unserer Stadt angetan haben.”

Die Region rund um die Hauptstadt Kiew – darunter auch der Vorort Irpin – war nach Russlands Einmarsch in die Ukraine Ende Februar wochenlang von russischen Truppen besetzt gewesen. Nach deren RĂŒckzug wurden seit Anfang April die Leichen Hunderter Zivilisten gefunden, fĂŒr deren Tod die Ukraine Russland verantwortlich macht. In den vergangenen Wochen reisten immer wieder internationale Politiker in die Ukraine, um UnterstĂŒtzung und SolidaritĂ€t auszudrĂŒcken.

Als zweithöchste ReprĂ€sentantin Deutschlands traf am Sonntag BundestagsprĂ€sidentin BĂ€rbel Bas in Kiew ein. Auch sie sprach mit Selenskyj und brachte Deutschlands SolidaritĂ€t mit der Ukraine zum Ausdruck. Die SPD-Politikerin gedachte zudem anlĂ€sslich des 77. Jahrestags des Sieges der Alliierten ĂŒber Hitler-Deutschland der Opfer des von Nazi-Deutschland entfesselten Zweiten Weltkriegs.

In der vergangenen Woche war bereits CDU-Chef Friedrich Merz zu Gast in Kiew gewesen und hatte dabei ebenfalls Selenskyj getroffen. Am meisten habe ihn bei der Reise der Besuch in Irpin und die massiven Zerstörungen dort beeindruckt, sagte Merz spÀter.

(text:sda/bild:unsplash)