6 Dezember 2021

Julen: “Zermatt muss in Zermatter HĂ€nden bleiben”

Der Wintertourismus in der Schweiz steht wegen der steigenden Infektionszahlen und der neuen Omikron-Variante des Coronavirus vor unsicheren Zeiten. Die Hauruck-Übung mit den QuarantĂ€ne-Listen hat der Branche laut Zermatter BergbahnprĂ€sident Franz Julen geschadet.

Die vom Bundesrat verhĂ€ngte QuarantĂ€ne-Pflicht, die letzten Samstag wieder aufgehoben worden ist, habe allein in Zermatt mit 50 Prozent auslĂ€ndischen GĂ€sten zu Annullationen von mehreren Millionen Franken gefĂŒhrt, sagte Julen in einem Interview mit der “Aargauer Zeitung”.

Dass der Bundesrat die QuarantĂ€ne-Pflicht wieder aufgehoben habe, helfe. Doch der Schaden sei angerichtet. Und das benachbarte Ausland sei zum Handkuss gekommen. Der Aufruhr um das Restaurant “Walliserkanne” habe nur kurzfristig fĂŒr Schlagzeilen gesorgt.

Beim Ausbau am Klein Matterhorn, der neuen Verbindung zwischen Italien und der Schweiz, sei es wegen des schlechten Wetters zwar zu Verzögerungen gekommen. Die Eröffnung erfolge aber im FrĂŒhling 2023. Das sei ein Meilenstein. Touristen, die von Italien nach Paris unterwegs seien, könnten einen Zwischenstopp im Wallis einlegen.

Auf die Frage, ob vermögende auslĂ€ndische Investoren bereits angeklopft hĂ€tten, sagte Julen, Zermatt solle in Zermatter HĂ€nden bleiben. Das gelte nicht nur fĂŒr die Bergbahnen, sondern auch fĂŒr die Hotels, die Restaurants und den Einzelhandel.

Die UnabhĂ€ngigkeit sei die Basis des Erfolges. Dazu mĂŒsse Sorge getragen werden. Es gebe grosse Herausforderungen. Bei vielen Hotels stehe der Übergang zur dritten Generation an. Einige Hotels seien verkauft worden. “Wir mĂŒssen es allein schaffen, auch in Zukunft”.

(text:sda/bild:unsplash)