5 November 2022

Jositsch findet ein Frauen-Ticket der SP diskriminierend

Der ZĂŒrcher SP-StĂ€nderat Daniel Jositsch findet das von seiner Partei vorgesehene Ticket mit zwei Frauen fĂŒr die Nachfolge von BundesrĂ€tin Simonetta Sommaruga diskriminierend. Dadurch werde eine MĂ€nner-Kandidatur verhindert.

Persönlich denke er ĂŒber eine Kandidatur nach, sagte er am Freitagabend in der Sendung “Forum” des Westschweizer Radios RTS. Zurzeit diskutiere er mit Fraktionsmitgliedern darĂŒber und vor allem mit seiner Familie. Wenn er kandidiere, werde er auch um einen Platz auf dem Ticket kĂ€mpfen.

Nach der jahrhundertelangen Diskriminierung der Frauen, seien nun die MĂ€nner von dem PhĂ€nomen betroffen, fuhr er fort. Er werde der SP-Fraktion vorschlagen, keine Grenzen fĂŒr die Bundesratskandidaturen abzustecken.

Er plĂ€diere nicht unbedingt fĂŒr einen Mann. Entscheide die Fraktion, zwei Frauen seien die beste Wahl, wĂŒrden zwei Frauen auf dem Ticket stehen. FĂŒr ihn seien die Kompetenzen und die FĂ€higkeit, in einer Kollegialbehörde mit zu regieren, aber wichtiger als das Geschlecht.

Zur Vertretung des Kantons ZĂŒrich im Bundesrat erklĂ€rte Jositsch, das sei ihm egal. Einzig die QualitĂ€ten wĂŒrden zĂ€hlen. Er plĂ€dierte fĂŒr einen grösseren Spielraum.

Die Partei mĂŒsse offen dafĂŒr sein, fĂŒr eine kurze Zeit zwei Personen des gleichen Geschlechts in der Landesregierung zu haben, statt die Formel “eine Deutschschweizer Frau und ein Mann aus der Westschweiz” zu zementieren. Zudem sei Micheline Calmy-Rey einst durch Alain Berset ersetzt worden.

Zwei SP-MĂ€nner im Bundesrat wĂŒrden den Prinzipien der Partei keinesfalls widersprechen, hielt der StĂ€nderat weiter fest. Die Vertretung der Frauen sei in der Gesamtregierung wesentlich.

(text:sda/bild:unsplash-symbolbild)