Josi schreibt WM-Geschichte und blickt nach vorne
Roman Josi gibt sich nach dem schnellsten Hattrick der WM-Geschichte bei der 9:0-Gala gegen Ungarn bescheiden. Das Spiel gegen Finnland am Dienstag sieht er als riesigen Test.
„Als Verteidiger brauchst du auch etwas Glück, dass der Puck reingeht, und Stürmer, die vor dem Tor stehen und dir zuspielen“, sagt Roman Josi zu seinem ersten Hattrick als Profi. Der 35-jährige Verteidiger erzielte gegen Ungarn innert vier Minuten und 45 Sekunden die ersten drei Treffer. Schade war für ihn nur, dass seine Frau und die beiden Kinder diesen speziellen Moment nicht vor Ort miterleben konnten. Wenn alles normal gelaufen wäre, wären sie schon in der Schweiz, doch weil bei Sohn Luca der Pass nur noch einen Monat gültig war, durften sie nicht fliegen und mussten vorerst in Chicago bleiben. Mittlerweile ist der Pass erneuert, sie kommen aber erst am Sonntag.
Nicht nur Josis Auftritt war beeindruckend, sondern auch, wie die Schweizer ab dem zweiten Drittel ihr Spiel weitgehend durchzogen. „Als Mannschaft ist es wichtig, gute Gewohnheiten zu haben, so zu agieren, wie wir als Team auftreten wollen. Das machten wir, glaube ich, nicht so schlecht“, erklärt der Berner, seit 2017 Captain der Nashville Predators. Cheftrainer Jan Cadieux zum WM-Rekord von Roman Josi: „Es gibt nicht viel zu sagen, sie haben das Gleiche wie ich gesehen. Er ist ein unglaublicher Spieler, aber ich schätze noch mehr seine Persönlichkeit in der Garderobe.“
Am Sonntag hat die Mannschaft frei, um Zeit mit den Familien zu verbringen und nach mental anstrengenden Tagen den Kopf zu lüften. Die letzte Vorrundenpartie der Schweizer gegen Finnland findet erst am Dienstagabend um 20.20 Uhr statt. Dann geht es um den Sieg in der Gruppe A, die Nordländer haben ebenfalls noch eine makellose Bilanz an dieser WM.
„Wir wissen, wie stark Finnland im Turnier immer ist. Es ist für uns ein riesiger Test vor dem Viertelfinal, um zu wissen, wo wir mit unserem Spiel stehen. Es wird sehr hart“, sagt Josi. Verfolgt er die andere Gruppe? „Schon etwas. Wenn wir können, schauen wir manchmal in der Garderobe ein bisschen die Matches.“ Nun freut er sich aber erst einmal, seine Familie wiederzusehen.
(text:sda/bild:keystone)