3 April 2024

Jodel soll zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit werden

Als beispielhafter und charakteristischer Schweizer Gesang k├Ânnte das Jodeln in die Repr├Ąsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen werden. Die Schweiz hat eine entsprechende Kandidatur bei der UNESCO eingereicht, die voraussichtlich bis Ende 2025 gepr├╝ft wird.

Der Jodel ist ein Gesang, der zwischen den Registern der Bruststimme und der Kopfstimme wechselt. Im Gegensatz zum ┬źJodellied┬╗ mit gesungenen Strophen und einem gejodelten Refrain besteht der ┬źNaturjodel┬╗ nur aus Melodien ohne Text. Jodeln ist in der Schweiz weit verbreitet und erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Die Tradition wird auf sehr unterschiedliche Weise weitergegeben: innerhalb der Familien, in Jodelvereinen und an Schulen oder einfach unter S├Ąngerinnen und S├Ąngern.

Das Jodeln ist in der Bev├Âlkerung fest verankert. Um den Jodelgesang weiterzuentwickeln und f├╝r k├╝nftige Generationen zu erhalten, braucht es dennoch Engagement. Bei der Erarbeitung der Kandidatur des Jodels als immaterielles Kulturerbe der UNESCO konnten mit den beteiligten Akteurinnen und Akteuren konkrete Massnahmen identifiziert und ausgearbeitet werden. So sind Aktionen geplant, damit sich die Jodelwelt schweizweit besser vernetzt. Neue Aus- und Weiterbildungsangebote sollen entwickelt und der Nachwuchs gef├Ârdert werden. Ausserdem sind Massnahmen vorgesehen, um das Bewusstsein der Bev├Âlkerung zu sch├Ąrfen, die Tradition besser zu dokumentieren und die Forschung ├╝ber diese Gesangspraxis auszubauen.

Das Bewerbungsdossier wurde vom Bundesamt f├╝r Kultur (BAK) unter Beizug von Fachleuten sowie Vertreterinnen und Vertretern von Jodelorganisationen zusammengestellt. Nach dem rund 18 Monate dauernden Evaluationsverfahren d├╝rfte die UNESCO Ende 2025 ├╝ber eine Aufnahme dieser Tradition in die Repr├Ąsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit entscheiden.

Mit dem ├ťbereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes, das sich von der Welterbekonvention unterscheidet, will die UNESCO ein Kulturerbe thematisieren und sch├╝tzen, das weniger mit Bauten oder R├Ąumen zusammenh├Ąngt, sondern in erster Linie mit der Zeit sowie mit gemeinschaftlichen Praktiken und gesellschaftlichen Interaktionen. Dieses Erbe umfasst lebendige Traditionen wie m├╝ndliche Ausdrucksformen, darstellende K├╝nste, gesellschaftliche Praktiken, Rituale und Feste, Wissen und Praktiken im Umgang mit der Natur und dem Universum sowie Fachwissen ├╝ber traditionelle Handwerkstechniken. Es widerspiegelt somit die kulturelle Vielfalt und zeugt von der menschlichen Kreativit├Ąt.

(text:pd/bild:zvg/csc)