19 Januar 2026

Italienischer Modemacher Valentino mit 93 Jahren gestorben

Der italienische Modemacher Valentino ist tot. Er starb am Montag im Alter von 93 Jahren in Rom, wie seine Stiftung mitteilte. Er sei in seiner römischen Residenz „umgeben von seinen Angehörigen“ gestorben, hiess es in einer Mitteilung. Lange Zeit gehörte Valentino zu den berühmtesten Modeschöpfern der Welt. Mit seinen Kreationen sowie dem von ihm geprägten eleganten und elitären Stil machte er sich in der Modewelt einen Namen.

Valentinos Sarg wird nach Angaben seiner Stiftung am Mittwoch und Donnerstag in Rom ausgestellt sein. Die Beerdigung soll am Freitag stattfinden.

Hollywood-Stars trugen seine Kleider. In seinen Geschäften vermarktete er auch Parfüms, Schmuck und Taschen. Dabei ging es ihm immer um das Schöne. In der Modewelt wird die Nachricht seines Todes mit grosser Bestürzung aufgenommen. Die italienische Designerin Donatella Versace schrieb bei Instagram: „Heute haben wir einen wahren Maestro verloren, der für seine Kunst für immer in Erinnerung bleiben wird.“

Topdmodel Cindy Crawford äusserte ebenfalls ihre Trauer. Ihr Herz sei gebrochen, schrieb sie in den sozialen Medien. „Er war ein wahrer Meister seines Fachs, und ich werde immer dankbar sein für die Jahre, in denen ich das Privileg hatte, eng mit ihm zusammenzuarbeiten.“

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bezeichnete Valentino als „unangefochtenen Meister von Stil und Eleganz und ewiges Symbol der italienischen Haute Couture“. In den sozialen Medien schrieb sie: „Heute verliert Italien eine Legende, doch sein Vermächtnis wird weiterhin Generationen inspirieren. Danke für alles.“

Eines der Markenzeichen von Valentino Garavani, so sein eigentlicher Name, war die Farbe Rot. Seit seiner ersten Kollektion 1959 verwendete er das markante Rot immer wieder. Es gibt sogar einen eigenen Farbton „Valentino-Rot“ – ein kräftiges und knalliges Rot. Dem „letzten Kaiser“, wie er von vielen genannt wurde, gelang es, allein mit seinem Vornamen bekannt zu werden. Bei Modeinteressierten sogar nur mit einem Buchstaben: Dem V, das bis heute das Logo der Marke Valentino ist. Sein Nachname dürfte nur wenigen etwas sagen.

Valentino behauptete, das Geheimnis der Frauen zu kennen. „Ich weiss, was Frauen wollen: Sie wollen schön sein“, sagte er einmal in einem Interview. In seinen Kreationen drehte sich daher immer alles um die Schönheit. Hollywood-Schauspielerinnen wie Audrey Hepburn, Elizabeth Taylor oder Rita Hayworth sowie der europäische Adel trugen seine Roben. Später liefen auch Stars wie Julia Roberts, Meryl Streep und Gwyneth Paltrow in den Kleidern des Italieners.

Sehr früh interessierte sich Valentino Clemente Ludovico Garavani – geboren am 11. Mai 1932 im norditalienischen Voghera – für Mode. „Als Junge stellte ich mich schlafend und träumte von Kinostars, von allen schönen Dingen der Welt“, sagte er einmal. Seine erste Inspiration war das Hollywood-Musical „Mädchen im Rampenlicht“ (1940). „Als ich als 13-jähriger Junge diese einzigartige Schönheit sah, beschloss ich, Kleidung für Damen zu entwerfen.“ Noch als Teenager ging er nach Paris und liess sich dort zum Designer ausbilden.

1960 gründete er gemeinsam mit seinem langjährigen Lebens- und Geschäftspartner Giancarlo Giammetti das Modehaus Valentino. Erfolgreiche Kollektionen folgten in den 1970er- und 1980er-Jahren. Jahrzehntelang verzauberte er die Modewelt mit seinem eleganten Stil, der sich durch einfache Schnitte auszeichnete – aufgehübscht mit extravaganten Pailletten, Spitzen, Blumen, Perlen oder Edelmetallen.

Kurz vor der Jahrtausendwende war jedoch auch die Maison Valentino vom Wandel in der Modeindustrie betroffen. Grosse Anteile wurden verkauft. Valentino zog sich letztlich 2007 aus dem Modegeschäft zurück. Er überliess seinen Nachfolgerinnen das Feld und entwarf noch ab und zu Kleider. Zuletzt lebte er zurückgezogen und zeigte sich nur noch gelegentlich zugeschaltet per Videochat bei Valentino-Schauen.

(text:sda/bild:keystone-archivbild)