21 April 2024

Irans PrÀsident will an strengen Kopftuchkontrollen festhalten

Trotz heftiger Proteste in der Gesellschaft will Irans PrĂ€sident Ebrahim Raisi an den strengen Polizeikontrollen von Frauen wegen Kopftuchverstössen festhalten. „Das Respektieren des Kopftuches ist fĂŒr iranische Frauen nicht nur eine religiöse, sondern auch politische und gesetzliche Verpflichtung“, sagte Raisi am Sonntag. Daher bestehe „keinerlei Zweifel“ daran, dass die Kontrollen weiterhin konsequent durchgefĂŒhrt werden mĂŒssten, so der ultrakonservative Kleriker laut Webportal des PrĂ€sidialamts.

Seit Beginn des neuen persischen Jahres am 20. MÀrz gehen Polizei und SittenwÀchter wieder verschÀrft gegen Kopftuchverstösse vor. In sozialen Medien sind Videos zu sehen, wonach es bei einigen Kontrollen gar zu Zusammenstössen zwischen Frauen und SittenwÀchtern gekommen ist.

Der Tod der jungen iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini im September 2022 in Polizeigewahrsam löste landesweite Proteste gegen das islamische Regime und dessen Kleiderordnung aus. Amini war von den SittenwÀchtern wegen eines angeblich schlecht sitzenden Kopftuches festgenommen worden. Einige Tage spÀter starb sie in der Wache, angeblich durch Polizeigewalt. In SolidaritÀt mit der jungen Kurdin ignorieren seitdem immer mehr iranische Frauen das obligatorische Kopftuch.

Auch islamische Kreise im Iran kritisieren die strikten Polizeikontrollen. Sie sind ĂŒberzeugt, dass man Frauen nicht durch Gewalt zu frommen und glĂ€ubigen Musliminnen machen könne.

(text:sda/bild:unsplash)