24 April 2024

Irak hĂ€ngt elf wegen „Terrorismus“ verurteilte Personen

Irakische Behörden haben mindestens elf wegen „Terrorismus“ verurteilte Personen hingerichtet. Sie hĂ€tten der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) angehört und seien in einem GefĂ€ngnis in der Stadt Nasirija „unter Aufsicht einer Gruppe aus dem Justizministerium“ gehĂ€ngt worden, verlautete aus Sicherheitskreisen.

Das Gesundheitsamt habe die Leichen von elf hingerichteten Personen erhalten, bestÀtigten Gesundheitskreise vor Ort.

Den Angaben zufolge wurden die Verurteilten bereits am Montag gehĂ€ngt. Alle elf stammten demnach aus der Provinz Salahaddin. Das irakische Recht sieht die Todesstrafe fĂŒr Mord und Terrorismus vor. Hinrichtungsanordnungen mĂŒssen vom PrĂ€sidenten unterzeichnet werden. In den vergangenen Jahren haben irakische Gerichte hunderte Todesurteile verhĂ€ngt. Menschenrechtsgruppen kritisieren die Prozesse als ĂŒbereilt. GestĂ€ndnisse sollen bisweilen durch Folter erlangt worden sein.

Amnesty International verurteilte die Hinrichtungen wegen „zu weit gefasster und vager TerrorismusvorwĂŒrfe“. Der Organisation zufolge wurden insgesamt 13 MĂ€nner erhĂ€ngt, elf davon wegen ihrer Verbindung zum IS.

Ende Juni hatten Uno-Experten bereits ihre „tiefe Besorgnis“ ĂŒber Berichte geĂ€ussert, dass der Irak mit Massenhinrichtungen in seinen GefĂ€ngnissen begonnen habe.

(text:sda/bild:unsplash)