16 November 2021

IOC legt neue Transgender-Richtlinien vor

In der heiklen Transgender-Debatte hat das Internationale Olympische Komitee einen neuen Regelrahmen vorgelegt. Ab M├Ąrz 2022 ist eine Abkehr von allgemeing├╝ltigen Vorgaben hin zu flexiblen Richtlinien vorgesehen, unter denen jeder Weltverband ├╝ber die Teilnahme von Transgender-Athletinnen und -Athleten entscheiden kann.

Zehn Prinzipien sollen sicherstellen, dass vor allem in Frauen-Wettbewerben faire Zugangsregeln unter Beachtung der Rechte aller Betroffenen eingef├╝hrt werden, teilte das IOC mit.

So gibt der Dachverband kein einheitliches Testosteron-Niveau mehr vor, das von Transgender-Personen f├╝r die Teilnahme an Wettk├Ąmpfen nicht ├╝berschritten werden darf. K├╝nftig soll in jedem Sport entschieden werden, in welchem Fall bestimmte Teilnehmerinnen und Teilnehmer in dieser Hinsicht einen unfairen Vorteil haben k├Ânnten. Transgender sind Personen, die sich dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde, nicht zugeh├Ârig f├╝hlen.

Rechtlich bindend ist der neue Regelrahmen aber nicht. Gew├Ąhrleistet werden soll eine gr├Âsstm├Âgliche Inklusion. Leid und psychische Verletzungen sowie Diskriminierungen sollen vermieden werden. Die blosse Annahme eines Vorteils f├╝r Transgender-Athleten ist unzul├Ąssig, f├╝r Teilnahmebeschr├Ąnkungen und -verbote bedarf es klarer Belege. Athleten d├╝rfen aber nicht zu medizinischen Eingriffen gezwungen werden und besitzen das Recht auf Privatsph├Ąre. Die Athletengemeinde ist in Entscheide einzubinden, die Beschl├╝sse sollen regelm├Ąssig ├╝berpr├╝ft werden.

(text:sda/bild:unsplash)