Interlakner Pferdekutschen in der Hitze
Pferdekutschen gehören in Interlaken zum Ortsbild. Gerade an heissen Sommertagen sorgt ihr Einsatz jedoch immer wieder für Diskussionen. In den sozialen Medien und in den Medien werden regelmässig Bedenken zum Wohl der Tiere geäussert.
Kutschenbetreiber Ernst Voegeli aus Unterseen sagt, der Schutz der Pferde habe oberste Priorität. An heissen Tagen seien die Fahrten deshalb beschränkt: Von 10.00 bis maximal 14.00 Uhr sind die Kutschen unterwegs, danach folgt bis 17.00 Uhr eine Pause. Zudem werde der Standplatz bei der Höhematte in Interlaken gekühlt.
Diese Massnahmen habe man in den vergangenen Jahren wegen der zunehmend heissen Sommer und des gestiegenen öffentlichen Interesses weiter ausgebaut. Laut Voegeli werden die Haltungs- und Einsatzbedingungen zudem regelmässig kontrolliert. Das Amt für Veterinärwesen und die Kantonspolizei Bern führen Tierschutzkontrollen durch – die letzte erst vergangene Woche.
Auch wissenschaftlich wurde die Situation untersucht: Vor drei Jahren analysierte die Berner Fachhochschule im Auftrag des Schweizer Tierschutzes die Belastung der Kutschenpferde bei Hitze. Die Studie habe gezeigt, dass die Tiere unter den getroffenen Schutzmassnahmen keinem übermässigen Hitzestress ausgesetzt seien.
Für Ernst Voegeli ist klar: „Wenn es unseren Pferden schlecht geht, geht es uns auch schlecht.” Entsprechend setze man alles daran, den Tieren auch während Hitzewellen gute Bedingungen zu bieten. Ein touristisches Angebot mit Pferdekutschen und ein verantwortungsvoller Umgang mit den Tieren seien deshalb aus seiner Sicht kein Widerspruch.
(text:pmu/symbolbild:unsplash)