16 MĂ€rz 2022

Insel Spitalgruppe meistert das zweite Pandemiejahr

Im Unterschied zum Vorjahr bestand fĂŒr das Jahr 2021 keine kantonale Notverordnung mehr, welche die durch Covid19 verursachten Belastungen teilweise kompensieren wĂŒrde. Trotzdem ist es der Insel Gruppe gelungen, das GeschĂ€ftsjahr 2021 mit einem positiven Ergebnis abzuschliessen. Die Insel Gruppe schreibt einen Konzerngewinn von CHF 25.3 Mio. (Vorjahr: Konzernverlust CHF 6.7 Mio.). Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) belĂ€uft sich auf CHF 122.8 Mio. (Vorjahr: CHF 94.8 Mio.). Dies entspricht einer EBITDAMarge von 6.9 Prozent (Vorjahr: 5.5 Prozent). Der Spitalbetrieb trĂ€gt mit einem Gewinn von CHF 6.3 Mio. zum Ergebnis bei (Vorjahr: Verlust von CHF 19.9 Mio.).

Die Insel Gruppe hat im 2021 sowohl im stationĂ€ren als auch im ambulanten Bereich mehr Patientinnen und Patienten behandelt als im Vorjahr. Bis Ende Februar dauerte die Aufrechterhaltung der erhöhten Covid19KapazitĂ€ten auf der Intensivstation und damit einhergehend die personell bedingte Reduktion des elektiven Operationsprogramms an. Anfang MĂ€rz konnte der Normalbetrieb im Operationsprogramm wiederaufgenommen werden. Ab Dezember mussten erneut EinschrĂ€nkungen vorgenommen werden. Der operative Cashflow ist gegenĂŒber dem Vorjahr um CHF 53.2 Mio. auf CHF 149.7 Mio. gestiegen. Der Geldabfluss aus InvestitionstĂ€tigkeit belĂ€uft sich auf CHF 239.3 Mio. und ist im Wesentlichen auf die BautĂ€tigkeit zurĂŒckzufĂŒhren. Dabei ist vor allem die Realisierung der Baufelder 12 (neues HauptgebĂ€ude Inselspital) und 6.1 (TheodorKocherHaus / Zwischenbau) sowie die Sanierung Frauenklinik auf dem Inselcampus zu erwĂ€hnen. Der Geldzufluss aus FinanzierungstĂ€tigkeit (CHF 101.7 Mio.) steht im Zusammenhang mit der planmĂ€ssigen Fremdfinanzierung zur Realisierung der Investitionsvorhaben des Masterplans Inselspital und der Digitalisierung. HierfĂŒr hat die Insel Gruppe im Berichtsjahr erstmals erfolgreich eine öffentliche Anleihe im Umfang von CHF 150 Mio emittiert. Insgesamt hat der Bestand an flĂŒssigen Mitteln im Berichtsjahr um CHF 12.0 Mio. auf CHF 116.4 Mio. zugenommen.

CoronaJahr 2021
Die Covid19Pandemie bestimmte den Alltag an der Insel Gruppe noch immer massgebend. Ende November 2020 wurde die Insel Gruppe vom Kanton Bern mit dem Betrieb eines Impfzentrums beauftragt. Innert kĂŒrzester Zeit mussten zahlreiche infrastrukturelle, medizinische und personelle Fragen geklĂ€rt werden. Nach wenigen Wochen Aufbauzeit konnte das Impfzentrum am 11. Januar 2021 offiziell eröffnet werden. Auch im Spital Riggisberg wurde eine moderne Impfpraxis auf die Beine gestellt – ganz im Sinne der wohnortsnahen Grundversorgung der Bevölkerung. Mit dem Auftreten neuer VirusVarianten in den Herbst und Wintermonaten verschĂ€rfte sich die Versorgungssituation an der Insel Gruppe erneut. Die hohe Impfquote der ĂŒber 12 000 Mitarbeitenden spielte der Insel Gruppe bei der BewĂ€ltigung der internen Ansteckungen in die Karten.

Wegweisende Forschung und Innovation
Zahlreiche Forschende der Insel Gruppe und der UniversitĂ€t Bern konnten durch ihre Studien und Projekte neue Erkenntnisse in diversen Fachdisziplinen generieren. Eine Studie zu Verwachsungen im Bauchraum nach Operationen oder EntzĂŒndungen wurde vom renommierten Fachmagazin «Science» als Titelgeschichte publiziert. Gemeinsam mit der UniversitĂ€t Bern, der siteminsel AG und den UniversitĂ€ren Psychiatrischen Diensten (UPD) eröffnete die Insel Gruppe im MĂ€rz 2021 das Center for Artificial Intelli-
gence in Medicine (CAIM), das als Forschungs, Lehr und Übersetzungsplattform mittels KĂŒnstlicher Intelligenz (KI) eine massgeschneiderte Versorgung der Patientinnen und Patienten anstrebt. In den neuen RĂ€umlichkeiten der UniversitĂ€tsklinik fĂŒr RadioOnkologie im ZwischengebĂ€ude des TheodorKocherHauses wurde derweil ein hochmodernes Zentrum fĂŒr die radioonkologische Behandlung von Krebspatientinnen und patienten eingeweiht. HerzstĂŒck ist der schweizweit erste Linearbeschleuniger «Ethos» zur KIgestĂŒtzten, adaptiven Radiotherapie, mit dem noch mehr Patientinnen und Patienten mit prĂ€ziser Strahlentherapie behandelt werden können.

Meilensteine beim neuen HauptgebÀude und bei der Gleichstellung
Am 17. September 2021 wurde der Name des neuen HauptgebĂ€udes des Inselspitals in einer feierlichen Taufe enthĂŒllt: Namensgeberin ist die Stifterin des Inselspitals, Anna Seiler, die 1354 mit ihrem Testament das Fundament fĂŒr die Spitalgruppe gelegt hatte. Mit einem weiblichen Namen setzt die Insel Gruppe ein Zeichen fĂŒr die Bedeutung der Frauen in der Medizin, zumal 73 Prozent der Belegschaft weiblich sind. Frauen tragen dementsprechend in der Mehrheit zur herausragenden Medizin, Pflege und Forschung an der Insel Gruppe bei.
Im Juni 2021 rief der Verwaltungsrat der Insel Gruppe die «Gleichstellungsinitiative Insel Gruppe» ins Leben. Bei einer Zwischenbilanz anlĂ€sslich des 50. Jahres des Frauenstimmrechts in der Schweiz wurde festgestellt, dass die Insel Gruppe zwar ĂŒber klare Gleichstellungsziele verfĂŒgt und bereits zahlreiche Massnahmen zu deren Erreichung ergriffen hat, aber noch nicht dort ist, wo sie bezĂŒglich Gleichstellung sein will. Im November 2021 erhielt die Insel Gruppe als erstes Unternehmen im Spitalwesen das Zertifikat vom Verein fĂŒr Chancen und Lohngleichheit (VCLG). Die Ergebnisse zeigen, dass die Rahmenbedingungen fĂŒr Lohn und Chancengleichheit an der Insel Gruppe gut ausgestaltet sind.

(text:pd/bild:pixapay)