21 Mai 2023

Kanton Bern will Inforama an drei Standorten zentralisieren

Um das Inforama zukunftsgerichtet zu positionieren und die beschrĂ€nkten Kantonsmittel zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu investieren, hat der Regierungsrat eine Nutzerstrategie erarbeiten lassen. GeprĂŒft wurden die Varianten «Status Quo» (WeiterfĂŒhrung der heutigen Standorte), «Zentralisierung» (Konzentration auf einen Standort) und «Kompetenzzentren» (drei Standorte in den Regionen Seeland, Mittelland und Berner Oberland).

In der Nutzerstrategie hat sich die Variante «Kompetenzzentren» als die beste erwiesen. Sie sieht vor, dass das Inforama seine TĂ€tigkeiten auf die Standorte RĂŒtti (Zollikofen), Berner Oberland (Hondrich) und Seeland (Ins) konzentriert. Die Standorte Oeschberg (Koppigen), Waldhof (Langenthal), Schwand (MĂŒnsingen) und Emmental (BĂ€rau) werden mittelfristig aufgehoben. Mit den drei Kompetenzzentren bleibt die regionale Verbundenheit der Institution gewahrt. Der Zugang zu den Angeboten und Leistungen bleibt fĂŒr Bernerinnen, Berner und Interessierte aus andern Kantonen unverĂ€ndert

Die Konzentration ermöglicht jedem Standort ein klares Profil:

  • Inforama RĂŒtti (Zollikofen) mit dem Schwerpunkt Land- und Hauswirtschaft
  • Inforama Berner Oberland (Hondrich) mit dem Schwerpunkt Alp- und Berglandwirtschaft
  • Inforama Seeland (Ins) mit dem Schwerpunkt nachhaltiger GemĂŒsebau

Die Variante «Kompetenzzentren» erleichtert die Positionierung, die Organisation und die FĂŒhrung des Inforama dank modernen und zweckmĂ€ssigen RĂ€umlichkeiten, kĂŒrzeren Anfahrtswege und besseren Möglichkeiten fĂŒr die Teamentwicklung. Zudem bietet diese Variante die besten Aussichten auf Partnerschaften im landwirtschaftlichen Wissens- und Innovationssystem, beispielsweise mit Agroscope, dem Kompetenzzentrum des Bundes fĂŒr landwirtschaftliche Forschung, mit der Hochschule fĂŒr Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) der Berner Fachhochschule in Zollikofen oder mit der VeterinĂ€rmedizinischen FakultĂ€t der UniversitĂ€t Bern (VetSuisse).

Voraussichtlich in der Herbstsession wird die Nutzerstrategie dem Grossen Rat zur Kenntnisnahme vorgelegt. Die Investitionen sollen 2024 in die gesamtkantonale Investitionsplanung aufgenommen werden. Die Variante «Kompetenzzentren» hat fĂŒr den Zeitraum 2022 – 2051 einen Ă€hnlichen Mittelbedarf wie die Variante «Status Quo». Gesamthaft belaufen sich die Kosten fĂŒr Substanzerhaltung und Investitionen auf etwa 218 Millionen Franken. Die SchĂ€tzung der Kosten ist in diesem frĂŒhen Stadium der Planung mit einer entsprechenden Unsicherheit behaftet.

(text:pd/bild:unsplash)