13 Juli 2022

Inflation in USA steigt ĂŒber 9 Prozent

In den USA hat sich die Dynamik des Preisanstiegs im Juni weiter verstĂ€rkt. Die Inflationsrate stieg auf 9,1 Prozent und erreichte den höchsten Wert seit ĂŒber 40 Jahren, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Die Teuerung ist so stark wie seit Dezember 1981 nicht mehr.

Volkswirte wurden von der StĂ€rke des Preisschubs ĂŒberrascht. Sie hatten zwar mit einem Anstieg der Inflationsrate gerechnet, waren aber im Schnitt lediglich von 8,8 Prozent ausgegangen. Im Mai hatte die Teuerung bei 8,6 Prozent gelegen.

Der US-Dollar und die Kapitalmarktzinsen in den USA stiegen in einer ersten Reaktion an. Das spricht dafĂŒr, dass die FinanzmĂ€rkte mit weiteren und deutlichen Zinsanhebungen durch die US-Notenbank Fed rechnen. Zuletzt hatte die Fed die Zinsen um 0,75 Prozentpunkte angehoben. Bei der nĂ€chsten Zinssitzung Ende des Monats wird erneut mit einem grossen Zinsschritt gerechnet.

Der starke Anstieg der Teuerung fachte umgehend weitere ZinserhöhungsÀngste an, was wiederum die Börsen verstÀrkt auf Talfahrt schickte und dagegen den Dollarkurs weiter anziehen liess. Das WÀhrungspaar USD/CHF stieg in der Spitze bis auf 0,9831 Franken von 0,9769 unmittelbar vor den US-Daten. Am Schweizer Aktienmarkt fiel der Leitindex SMI auf ein Tagestief und notiert nun mehr als 2 Prozent im Minus.

In einer Mitteilung des Weissen Hauses bezeichnete US-PrĂ€sident Joe Biden die Rate am Mittwoch als „unzumutbar hoch“, aber auch veraltet. Der Energiepreis mache fast die HĂ€lfte des monatlichen Inflationsanstieges aus. Die neuen Daten spiegelten noch nicht die vollen Auswirkungen der sinkenden Gaspreise wider.

Biden sagte, die BekĂ€mpfung der Inflation habe weiterhin „oberste PrioritĂ€t“. Er wolle sich weiter dafĂŒr einsetzen, die Preise von Sprit und Öl zu senken – etwa durch die Freigabe von US-Ölreserven. Zudem wolle er mit einem neuen Gesetz die Kosten fĂŒr alltĂ€gliche Ausgaben der Amerikaner reduzieren.

(text:sda/bild:unsplash-symbolbild)