Individualbesteuerung im Kanton Bern: GLP fordert Tempo, Regierungsrat bremst
Im Berner Steuersystem steht ein historischer Wechsel bevor. Doch über den Zeitplan sind sich nicht alle einig: Die GLP fordert massiv mehr Tempo, während der Regierungsrat bremst.
Nachdem das Schweizer Stimmvolk den Systemwechsel zur Individualbesteuerung eingeläutet hat, müssen die Kantone ihre Systeme anpassen. Im Kanton Bern macht die GLP nun Druck: Mittels einer dringlichen Motion fordert sie innerhalb von zwei Jahren eine Gesetzesrevision. Romeo Arnold (GLP) betont im Radiobeitrag, man habe die Motion eingereicht, um zu verhindern, dass der Regierungsrat die Bearbeitung der Individualbesteuerung allzu lange hinauszögere. Man wolle stattdessen, dass jetzt direkt damit gestartet werde.
Der Regierungsrat lehnt den Vorstoss jedoch als verfrüht ab. Da das Bundesgesetz voraussichtlich erst 2032 in Kraft tritt und die Kantone gleichzeitig umstellen müssen, plant die Regierung die Vernehmlassung für Ende 2028. Die GLP befürchtet jedoch, dass die Zeit am Ende knapp für eine breit abgestützte Version werden könnte. Neben dem Zeitplan pocht die GLP auf eine moderne, digitale Umsetzung. Steuerbelege sollen künftig unkompliziert unter dem Jahr via Smartphone erfasst und direkt automatisiert in die Steuererklärung eingespeist werden.
(text:tki/bild:beo)