7 Dezember 2021

“Impfdurchbruch” ist Deutschschweizer Wort des Jahres 2021

Das Deutschschweizer Wort des Jahres 2021 heisst “Impfdurchbruch”. Auf dem zweiten und dritten Platz folgen “Starkregen” und “entfreunden”.

Die Wörter des Jahres zeigen, worĂŒber die Gesellschaft nachdenkt und was sie bewegt, wie die ZĂŒrcher Hochschule fĂŒr Angewandte Wissenschaften ZHAW am Dienstag mitteilte. Nicht ĂŒberraschend geht es im Jahr 2021 um das Coronavirus.

Ein Impfdurchbruch entsteht, wenn jemand mit dem Virus angesteckt wird, obwohl diese Person geimpft ist. Eigentlich hĂ€tte die Impfung den Durchbruch bei der Pandemie bringen sollen. ImpfdurchbrĂŒche und neue Virusvarianten sorgen jedoch dafĂŒr, dass die Pandemie anhĂ€lt.

Dabei sorgte die Impfdebatte in der Gesellschaft fĂŒr viel GesprĂ€chsstoff und zum Teil zum einen oder anderen Bruch: Das Wort “entfreunden”, das mit dem Aufkommen von Social Media gelĂ€ufig wurde, bezeichnet das AufkĂŒnden der Freundschaft durch Anklicken eines Buttons.

Der “Starkregen” beschĂ€ftigte die Schweiz fast den ganzen Sommer lang. WĂ€hrend in anderen Regionen Europas Hitzeperioden herrschten, regnete es in der Schweiz ungewöhnlich hĂ€ufig und zum Teil fast sintflutartig. All dies hat laut ZHAW die Debatte um die KlimaerwĂ€rmung intensiviert, mit der in der Schweiz, gemĂ€ss Voraussagen, vermehrt starker Regen herrschen wird.

Auch in den anderen Landessprachen prĂ€gte das Coronavirus die Sprache. Hier wurden die folgenden Wörter als Wörter 2021 gewĂ€hlt: “iel”, “prĂ©caritĂ©” und “variants” fĂŒrs Französische, “certificato”, “urgenza” und “exploit” fĂŒrs Italienische sowie “respect”, “pazienza” und “tgira” fĂŒrs RĂ€toromanische.

Das französische Wort des Jahres “iel” ist dabei eine Pronomen-Wortschaffung, die verwendet wird, um eine Person unabhĂ€ngig von ihrem Geschlecht zu bezeichnen.

Die Verantwortung fĂŒr das Wort des Jahres hat das Departement Angewandte Linguistik der ZĂŒrcher Hochschule fĂŒr Angewandte Wissenschaften ZHAW in Winterthur. Es analysiert die Schweizer Diskursdatenbank Korpus Swiss-AL und bestimmt pro Sprache die Wörter, die im Jahr 2021 hĂ€ufiger oder deutlich anders verwendet wurden als in den Jahren zuvor.

Dann wÀhlt eine Jury von Sprachprofis aus dieser Liste, aus PublikumsvorschlÀgen und aufgrund eigener Erfahrung die drei markantesten Wörter. Die vier Jurys bestehen aus je rund zehn Sprachschaffenden aus der deutsch-, französisch-, italienisch- und rÀtoromanischsprachigen Schweiz.

(text:sda/bild:pixabay)