Immobilien-Trendwende: Wenn der Demografie-Faktor die Wohnungsnot besiegt
Obwohl die aktuelle Schlagzeilen von Wohnungsknappheit geprägt sind, zeichnet eine neue Analyse von MoneyPark und Demografik ein düsteres Bild für die Zukunft. Während elf Kantone weiter wachsen, steuern zehn Kantone auf eine demografische Sackgasse zu. Sinkende Geburtenraten und die fortschreitende Alterung führen dazu, dass die Zuwanderung die rückläufige Nachfrage langfristig nicht mehr kompensieren kann. Besonders brisant: Rund 23 % des Schweizer Hypothekarvolumens – knapp 300 Milliarden Franken – liegen in Regionen, in denen Immobilien bald massiv an Wert verlieren könnten.
Radio Beo hat beim Kompetenzzentrum Demografik nachgefragt. Projektleiter Buchmann stellt klar: Der Kanton Bern gehört grundsätzlich zu den Verlierern dieser Entwicklung. Der Kanton ist überaltert, was sich auch im Berner Oberland deutlich zeigt. Zwar halten touristische Zentren wie Interlaken die Nachfrage aufgrund der lokalen Wirtschaft noch hoch, doch selbst etablierte Standorte wie Thun und insbesondere Steffisburg (im Bild) werden künftig mit einer sinkenden Nachfrage konfrontiert sein.
Der bisherige Käufermarkt, geprägt von stetig steigenden Preisen, wandelt sich laut Buchmann zum Verkäufermarkt. Das hat schmerzhafte Konsequenzen: Wo heute noch über zu wenig Wohnraum geklagt wird, drohen in wenigen Jahren Leerstände – primär bei grossen Einfamilienhäusern und Wohnungen, die von der schrumpfenden Erwerbsbevölkerung nicht mehr nachgefragt werden. Für Eigentümer bedeutet das reale Wertverluste; für Neukäufer besteht das Risiko, dass ihre Immobilien in 20 Jahren die Hypotheken nicht mehr ausreichend absichern, was zu Nachzahlungspflichten führen kann.
(text:tki,pd/bild:)