15 Februar 2021

Immobilien-Eigentum in der Coronakrise beliebte Wertanlage

In der Coronakrise sind Eigenheime als Wertanlage beliebt. Wer das n├Âtige Kleingeld hat, kauft trotz der Rezession munter Immobilien. Eine Rolle spielt dabei auch das sogenannte Cocooning, also das Einigeln in den eigenen vier W├Ąnden.

Der Eigenheimmarkt bleibt auch mitten in der zweiten Welle der Coronakrise stabil. In den vier Regionen Z├╝rich, Nordwestschweiz, Bern und Genfersee sind die Preise von Einfamilienh├Ąusern im vergangenen Jahr im Schnitt um 3,7 Prozent gestiegen, wie eine Erhebung der Immobilienplattform Homegate und der Immobilienforschungsinstituts Swiss Real Estate Institute zeigt.

Den st├Ąrksten Preisanstieg verzeichnete die Region Genfersee mit 4,1 Prozent. Dort kostete ein Einfamilienhaus vergangenes Jahr im Schnitt 1,54 Millionen Franken. An zweiter Stelle ist Z├╝rich mit einem durchschnittlichen Hauspreis von 1,3 Millionen. In der preiswertesten untersuchten Region Bern war ein Haus mit durchschnittlich 880’000 Franken rund 40 Prozent g├╝nstiger als im teuren Genf.

Die Preise f├╝r Einfamilienh├Ąuser stiegen im Vorjahresvergleich in s├Ąmtlichen Regionen an. Dem Anschein nach gab die coronabedingte Rezession dem Anstieg der Immobilienpreise sogar noch Schub: In Krisenzeiten sei die Flucht in Sachwerte nicht Neues, wird Peter Ilg, Leiter des Swiss Real Estate Instituts der HWZ, in der Mitteilung zitiert. Aber der anhaltende Boom im Eigenheimmarkt sei f├╝r ihn trotz der st├Ąrksten Rezession seit der ├ľlkrise vor 30 Jahren erstaunlich.

Dass der Markt f├╝r die n├Ąchsten zehn bis f├╝nfzehn Jahre von anhaltenden Negativzinsen ausgeht, d├╝rfte laut Ilg den Immobilienboom ebenfalls befeuern. Zudem seien die eigenen vier W├Ąnde in Zeiten der Pandemie viel wichtiger geworden. Das sogenannte Cocooning, also die Tendenz, dass sich die Menschen vermehrt aus der ├ľffentlichkeit ins h├Ąusliche Privatleben zur├╝ckziehen, spiegelt sich laut der Mitteilung in den Immobilienk├Ąufen wider.

Bei den Eigentumswohnungen stiegen die Preise mit einer Zunahme von 0,5 Prozent ├╝ber alle Regionen hinweg etwas weniger stark an. Die teuersten Wohnungen gibt es in Z├╝rich, wo K├Ąufer f├╝r die eigenen vier W├Ąnde inzwischen durchschnittlich 1 Million Franken bezahlen (+4,2%). Am g├╝nstigsten kommen Immobilienk├Ąufer auch bei den Wohnungen in der Region Bern weg. Dort kostete eine Eigentumswohnung im Schnitt 640’000 Franken und damit 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

In der zweitteuersten Region Genfersee nahmen die Preise f├╝r Eigentumswohnungen als einzige ab. F├╝r eine Wohnung zahlte man dort vergangenes Jahr durchschnittlich 900’000 Franken (-2%). Rechnet man den Preis pro Quadratmeter Nettowohnfl├Ąche, zeigt sich allerdings ein anderes Bild: Dort legten die Preise in der Region Genfersee mit 3,4 Prozent auf 10’300 Franken pro Quadratmeter am deutlichsten zu. Das l├Ąsst laut der Mitteilung darauf schliessen, dass in dieser Region im Corona-Jahr mehr kleinere Wohnungen verkauft wurden.

Die Analyse beruht auf den effektiven Verkaufspreisen aus rund 8’300 Verkaufstransaktionen des Swiss Real Estate Data Pools (SRED), einem Non-Profit-Verein der Credit Suisse, der UBS und der Z├╝rcher Kantonalbank. Das Swiss Real Estate Institute ist eine gemeinsame Stiftung der HWZ Hochschule f├╝r Wirtschaft Z├╝rich und des Schweizerischen Verbandes der Immobilienwirtschaft SVIT Schweiz.

Auch Wohnungen teurer