2 Dezember 2023

Immer mehr Berichte ├╝ber sexuelle Verbrechen der Hamas gegen Frauen

Auch Wochen nach dem Massaker der Hamas in Israel kommen immer neue Berichte ├╝ber brutale sexuelle Gewalttaten gegen Frauen und M├Ądchen ans Licht. Viele davon sind zutiefst verst├Ârend. Ein Helfer des Rettungsdienstes Zaka erz├Ąhlte etwa vor einem parlamentarischen Sonderausschuss ├╝ber das Grauen, das ihn am 7. Oktober in einem Grenzort erwartete: „Die Leiche einer Frau, nackt, mit einem scharfen Gegenstand, der in ihrem Intimbereich steckte.“ Auch an anderen Orten habe er nach dem Massaker von Terroristen der Hamas und anderer Gruppierungen mehrere tote Frauen mit nacktem Unterleib vorgefunden, erz├Ąhlte der Rettungshelfer Chaim Otmazgin.

Am 7. Oktober hatten Hamas-Terroristen aus dem Gazastreifen das schlimmste Massaker in der Geschichte Israels nahe der Grenze begangen. Dabei wurden mehr als 1200 Menschen get├Âtet. Etwa 240 Geiseln wurden nach Gaza verschleppt, weniger als die H├Ąlfte kamen bisher frei. Die Berichte ├╝ber h├Âchst sadistische Gewalt am Tag des Massakers n├Ąhren auch die Sorge um junge Frauen, die sich noch in der Gewalt der Terrororganisation befinden und deren Freilassung die Hamas bisher verweigert hat.

Ein Sanit├Ąter erz├Ąhlte, er habe in einem Haus im Kibbuz Beeri ein 14-j├Ąhriges M├Ądchen vorgefunden, das vergewaltigt und ermordet worden sei. Sie habe auf dem Boden ihres Schlafzimmers gelegen, mit nacktem Unterleib, gespreizten Beinen und Samenspuren auf ihrem R├╝cken. Der Jugendlichen sei in den Kopf geschossen worden.

Polizei ermittelt wegen sexueller Verbrechen

Die israelische Polizei hat wegen der Berichte ├╝ber massenhafte sexuelle Verbrechen an Frauen am 7. Oktober Ermittlungen aufgenommen. Eine unabh├Ąngige Expertenkommission sammelt ebenfalls Augenzeugenberichte, forensisches und anderes Beweismaterial. Die Terroristen der Hamas und anderer Gruppierungen hatten viele ihrer Gr├Ąueltaten selbst mit Bodycams dokumentiert, teilweise ├╝ber soziale Medien und auch ├╝ber Handys der Opfer live ├╝bertragen.

Die Polizistin Shelly Harusch erz├Ąhlte bei der Sitzung eines parlamentarischen Ausschusses, es seien bisher rund 1500 Zeugenaussagen zu den Vorf├Ąllen gesammelt worden. „Die Untersuchung konzentriert sich auch auf sexuelle Vergehen gegen die Opfer.“ Festgenommene Hamas-Terroristen gaben im Verh├Âr an, sie h├Ątten auch den Auftrag gehabt, Frauen zu vergewaltigen.

Verst├Ârende Augenzeugenberichte

Nach Polizeiangaben gibt es verschiedene Augenzeugenberichte von Vergewaltigungen durch Terroristen auf dem Nova-Musikfestival am 7. Oktober. Ein ├ťberlebender berichtete von einer „Apokalypse der Leichen“. Er habe viele junge Frauen ohne Kleidung gesehen, einige seien verst├╝mmelt gewesen, einige mit verst├╝mmeltem Unterleib.

Eine Teilnehmerin, die sich im Geb├╝sch vor den M├Ârdern versteckt hatte, berichtete von grausamen Gewalttaten an einer jungen Frau. „Sie beugten sie nach vorne und mir wurde klar, dass sie sie vergewaltigen, einer nach dem anderen. Dann wurde sie einem anderen Mann weitergegeben, der eine Uniform trug“, erz├Ąhlte die Augenzeugin. „Sie war am Leben, als sie vergewaltigt wurde. Er zog ihr an den Haaren und schoss ihr in den Kopf, noch w├Ąhrend er sie vergewaltigte. Er zog noch nicht einmal seine Hose hoch. Sie schnitten ihre Brust ab und spielten damit auf der Strasse.“

Augenzeugen berichteten, Frauen seien neben den Leichen ihrer Freunde vergewaltigt worden. Manche seien anschliessend get├Âtet, andere nach Gaza verschleppt worden. Auf einem von Terroristen verbreiteten Video war die Entf├╝hrung einer jungen Frau mit blutgetr├Ąnkter Hose zu sehen. Ein anderes Video zeigte, wie der leblose K├Ârper der Deutschen Shani Louk auf einem Pick-up in den Gazastreifen mitgenommen wurde.

Spuren schwerer Gewalt an weiblichen Leichen

Viele der Leichen wurden nach dem Massaker zur Identifikation in das Milit├Ąrrabbinat bei Tel Aviv gebracht. Dabei waren jeweils ein Pathologe, ein Zahnarzt sowie ein Milit├Ąrfotograf anwesend. Eine freiwillige Helferin erz├Ąhlte von schrecklich geschundenen Frauenk├Ârpern, die dorthin gebracht wurden.

Die Arme und Beine einer weiblichen Soldatin seien etwa an vielen verschiedenen Stellen gebrochen gewesen. Die weiblichen Opfer seien oft einmal in den K├Ârper und dann sehr oft in den Kopf geschossen worden. „Es ging offenbar nur um Verst├╝mmelung“, sagte sie.

Die Helferin berichtet von vielen Hinweisen auf sexuelle Verbrechen. Manche Leichen seien etwa mit blutigen Unterhosen bekleidet gewesen. Andere Mitarbeiter h├Ątten von Leichen mit verst├╝mmelten Geschlechtsteilen berichtet. In manchen Leichen seien Handgranaten deponiert gewesen. „Wir mussten schnell rauslaufen, um uns in Sicherheit zu bringen.“ Es seien daraufhin Sprengmeister gerufen worden.

Was die Beweislage erschwert: in vielen F├Ąllen waren die Leichen in so schlimmem Zustand, dass Samen- oder DNA-Proben nicht entnommen werden konnten.

Vergewaltigung f├╝r Opfer immer noch mit Scham besetzt

Die Juraprofessorin Yifat Bitton sagt, viele der ├ťberlebenden seien zutiefst traumatisiert und nicht alle k├Ânnten ├╝ber ihre Erlebnisse sprechen. Sexuelle Angriffe seien immer noch stark mit Stigma und Scham verbunden. „Dies ist eine weitere Last f├╝r die Opfer“, sagte Bitton. Es k├Ânnte dauern, bis alle von ihren schlimmen Erlebnissen erz├Ąhlen.

Man kenne es auch aus anderen Kriegen, dass Frauen als Mittel der Dem├╝tigung vergewaltigt wurden. Gr├Ąueltaten dieses Ausmasses und dieser Schwere habe man aber in Israel vorher noch nicht erlebt.

Cochav Elkajam Levy, Juradozentin an der Hebr├Ąischen Universit├Ąt in Jerusalem, sagte zu den Vorf├Ąllen am 7. Oktober: „Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen wurden.“

Es ist wichtig, die Zeugenaussagen und Beweise zu sammeln, damit die Opfer Gerechtigkeit erfahren. „Wir haben die Expertenkommission am 8. Tag des Krieges eingerichtet, weil immer mehr Zeugnisse brutaler Verbrechen gegen Frauen und Kinder ans Licht kamen“, sagt Levy. Sie betont, bei geschlechtsspezifischer Gewalt handele es sich nicht nur um sexuelle Verbrechen. „Die Organe von Frauen herauszuschneiden, eine Granate im K├Ârper einer Frau zu verstecken, ein Baby vor den Augen seiner Mutter zu t├Âten, oder M├╝tter vor ihren Kindern, Frauen und Kinder zu entf├╝hren – all dies ist geschlechtsspezifische Gewalt.“

Man habe auch zahlreiche Videos in sozialen Medien und Videos von Bodycams der Hamas-Terroristen ausgewertet. Mit all dem Material werden eine Datenbank und ein Archiv aufgebaut. „Wir wollen sicherstellen, dass die Verbrechen, die am 7. Oktober an Frauen begangen wurden, nie vergessen werden.“ Viele Geschichten seien durch mehrere Quellen verifiziert.

Klage ├╝ber versp├Ątete Reaktion der UN-Frauen

Mehrere der israelischen Expertinnen beklagen seit Wochen mangelnde Reaktionen internationaler Frauenorganisationen. „Die mangelnde Verurteilung dieser Verbrechen untergr├Ąbt die Legitimit├Ąt internationaler Einrichtungen“, sagt Levy.

Sarah Weiss ist eine israelische Diplomatin und juristische Beraterin, die f├╝r Verbindungen zu den Vereinten Nationen zust├Ąndig ist. Sie beklagt, UN-Gremien wie UN-Frauen h├Ątten zu den Verbrechen gegen israelische Frauen und M├Ądchen lange hartn├Ąckig geschwiegen. „Wir sprechen hier ├╝ber massenhafte sexuelle Verbrechen, deren Ziel es ist, die israelische Bev├Âlkerung zu terrorisieren“, sagt sie. „Wirklich schlimm finde ich, dass Organisationen wie UN-Frauen sich dazu nicht zu Wort gemeldet haben.“

Erst acht Wochen nach dem Hamas-Terrorangriff und nach massiver Kritik schrieben die UN-Frauen dann in der Nacht zu Samstag in einem X-Post: „Wir verurteilten eindeutig die brutalen Angriffe der Hamas auf Israel am 7. Oktober. Wir sind beunruhigt ├╝ber die vielen Berichte ├╝ber geschlechtsspezifische Gr├Ąuel und sexuelle Gewalt w├Ąhrend dieser Attacken.“

(text:sda/bild:keystone)