13 September 2023

Im Schweizerischen Nationalpark hat sich ein Wolfsrudel gebildet

In Schweizerischen Nationalpark im Engadin hat sich zum ersten Mal seit ├╝ber hundert Jahren wieder ein Wolfsrudel gebildet. Junge W├Âlfe tappten in Kamerafallen, die der Nationalpark extra f├╝r die Suche nach ihnen auf Verdacht hin aufgestellt hatte.

“Die ersten Hinweise auf die Pr├Ąsenz von jungen W├Âlfen im Nationalpark waren zerst├Ârte Insektenfallen, die deutliche Verbissspuren aufwiesen”, teilte der Nationalpark am Mittwoch mit. Daraufhin h├Ątten Forschende mehrere Kamerafallen installiert, um die Verursacher zu identifizieren.

“Die Bilder zeigen nun einwandfrei, dass junge W├Âlfe am Werk waren”, schrieb der Nationalpark. In der Gegend dieser Fotoaufnahmen seien zudem in letzter Zeit auch von W├Âlfen gerissene Hirsche und G├Ąmsen aufgefunden worden.

Das Wolfsrudel wurde auf den Namen “Fuorn” getauft. Es ist das 13. Rudel, das in Graub├╝nden nachgewiesen wurde. Gem├Ąss den Fotos geh├Âren mindestens vier Jungw├Âlfe zum Rudel, wie Hans Lozza, Kommunikationschef des Nationalparks, auf Anfrage erkl├Ąrte.

“Wir freuen uns dar├╝ber, dass die Biodiversit├Ąt im Schweizerischen Nationalpark um eine bedeutende Art erweitert wird”, sagte Lozza. Damit komme man dem Grundgedanken des Nationalparks, Natur sich selbst zu ├╝berlassen, einen Schritt n├Ąher.

Welches Wolfspaar das Rudel begr├╝ndete, ist noch unklar. Bereits seit Ende 2016 streift die W├Âlfin F18 durch das Gebiet des Nationalparks, Nachwuchs blieb aber aus.

Seit Oktober 2022 entdeckten Park-Mitarbeitende und die kantonale Wildhut immer wieder Spuren von zwei W├Âlfen, die gemeinsam im Park und dessen Umgebung umherstreiften. Die beiden Tiere wurden auch mit Fotofallen nachgewiesen. Ob die W├Âlfin F98 und der m├Ąnnlichen Wolf M312 die Eltern der Jungw├Âlfe sind, werden aber erst genetische Analysen zeigen.

Im Park finden die W├Âlfe reichlich Wild und nur geringe St├Ârungen vor, da Besucherinnen und Besucher das Schutzgebiet nur auf den markierten Wegen betreten d├╝rfen. Die Forschenden des Nationalparks hoffen nun, die Auswirkungen eines Wolfsrudels auf das vom Menschen kaum beeinflusste ├ľkosystem des Nationalparks zu dokumentieren.

“Wir kennen den Ist-Zustand im Nationalpark sehr gut. Nun wird es spannend sein zu sehen, welche Ver├Ąnderungen die Pr├Ąsenz eines Wolfsrudels bewirkt”, erkl├Ąrte Kommunikationschef Lozza.

(text:sda/bild:keystone)